Langenthal
Stadtvereinigung will mit neuen Gutscheinen den Umsatz steigern

Die Langenthaler Detaillisten passen ihre Geschenkgutscheine dem neuen Logo an. Als Patin des «neuen Geldes» wirkt die Schuhdesignerin Melissa Kormann.

Tobias Granwehr
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André Michel von der Stadtvereinigung übergibt Melissa Kormann symbolisch einen neu gestalteten Geschenkgutschein. Rechts ihr Lehrmeister Hanspeter Adam.

André Michel von der Stadtvereinigung übergibt Melissa Kormann symbolisch einen neu gestalteten Geschenkgutschein. Rechts ihr Lehrmeister Hanspeter Adam.

Tobias Granwehr

«Wir haben neues Langenthaler Geld», sagte Daniel Bader gestern erfreut. Der Präsident der Stadtvereinigung Langenthal (SVL) präsentierte die «dritte Generation der SVL-Gutscheine». Die ersten Gutscheine wurden Ende der 1980er-Jahre von seinem Vater in Umlauf gebracht, 1998 wurden die Geschenkgutscheine modernisiert. Der Grund für die neu gestalteten Gutscheine der SVL ist simpel: Im vergangenen Jahr erneuerte die Detaillistenvereinigung ihr Erscheinungsbild. Die bisherigen Gutscheine stimmten deshalb nicht mehr mit dem moderneren Logo überein. Das wurde nun geändert.

Fälschungen nicht möglich

Dafür zuständig war SVL-Vorstandsmitglied André Michel von der Digital Druckcenter Langenthal AG. Wichtig sei ein optisch schönes Aussehen der Gutscheine. Dafür wurde laut Michel ein hochwertigeres Papier verwendet als für die bisherigen Gutscheine. Dazu gibt es jetzt auch ein passendes Couvert mit dem Logo der SVL. Und: Natürlich seien die Gutscheine sicher, sagte er. Die SVL ist überzeugt, dass Fälschungen nicht möglich sind. Wichtig sei, das Personal entsprechend zu schulen.

Bader ist zudem überzeugt, dass ein Betrugsfall wie vor einigen Jahren nicht mehr möglich ist. Damals zweigte der frühere SVL-Geschäftsführer via Gutscheingeschäft mehrere tausend Franken ab und hinterliess der Stadtvereinigung einen grossen Schaden. Jetzt sei das Geschäft so organisiert, dass so etwas nicht mehr passieren könne, sagte der Präsident. Ins Gutscheingeschäft sind nämlich zwei in Langenthal ansässige Banken plus ein Treuhandbüro involviert. Die Detaillisten können die Gutscheine bei einer Bank beziehen und müssen sie bei der zweiten Bank einlösen. Die Buchhaltung läuft zudem über das SVL-Sekretariat, das von einem Langenthaler Treuhandbüro geführt wird.

Ab sofort werden nur noch neue Gutscheine ausgegeben. Bader betonte jedoch: Für die Kunden ändere sich nichts, die alten Geschenkgutscheine seien weiterhin gültig. Massgebend sei das Verkaufsdatum. Bisher betrage der Umsatz mit den Gutscheinen etwa 450000 Franken. Das sei klar zu wenig. «Wir wollen mehr Gutscheine in Umlauf bringen.» Seine Zielsetzung sei ein Umsatz von einer Million Franken. Bader ist überzeugt: «Das wäre möglich.» Jeder Franken sei eine Investition in Langenthal, das Geld fliesse so wieder in die Stadt zurück. Letztlich stärke das den Einkaufsstandort Langenthal.

Nichtmitglieder im Nachteil

Eingelöst werden können die Gutscheine bei allen Fachgeschäften, die der SVL angehören. Nichtmitglieder seien somit im Nachteil. «Mitglieder erzielen durch die Gutscheine langfristig einen Mehrumsatz - davon bin ich überzeugt», sagte Bader. Von den Nichtmitgliedern erwarte er mehr Engagement für die Stadt.

Die Gutscheine gibt es im Wert von 10, 25 und 50 Franken. Sie sind drei Jahre gültig. Für den SVL-Präsidenten sind sie eine ideale Geschenkidee. Als entsprechendes Zeichen verschenkte die Stadtvereinigung die ersten Gutscheine gleich an Melissa Kormann, Lernende bei Adam Orthopädieschuhtechnik in der Oberen Marktgasse. Sie gewann im vergangenen Jahr den «Crazy Shoe Award», den Preis für den verrücktesten Schuh Europas. Die Gutscheine seien eine Anerkennung für ihre Leistung, so Bader. Gleichzeitig amtet Kormann als Patin für die neuen SVL-Gutscheine.