Langenthal
Stadttheater: Der Stadtrat will zwei Varianten

Für die Sanierung des Stadttheaters sollen zwei Projekte ausgearbeitet werden. Diskutiert wurde auch die Ausgliederung des Stadtheaters in eine Aktiengesellschaft. Dazu kommt es aber nicht.

Tobias Granwehr
Drucken
Teilen
Für die Renovation werden jetzt zwei Projekte weiterverfolgt.

Für die Renovation werden jetzt zwei Projekte weiterverfolgt.

Felix Gerber

Die Debatte über die geplante Sanierung des Stadttheaters Langenthal verlief gestern Abend im Stadtrat wie erwartet angeregt. Die beiden Gemeinderäte Thomas Rufener (SVP) und Paula Schaub (EVP) – sie an ihrem 51. Geburtstag – erläuterten dem Parlament, warum sich der Gemeinderat für das Nutzungspaket B aussprach.

Der Stapi ist zuständig für das Ressort Bau und Planung, Schaub für das Ressort Kultur. Rufener erklärte, dass die geschätzten Kosten eine Genauigkeit von plus/minus 25 Prozent aufweisen. Schaub legte dar, weshalb ein Parallelbetrieb, wie es die vorgeschlagene Variante vorsieht, den heutigen kulturellen Bedürfnissen entspreche.

Variantenabstimmung oder nicht?

Die Finanzkommission (Fiko) bekräftigte in der anschliessenden Debatte die Bedenken einer teureren Variante. Fiko-Sprecher Kurt Wyss (FDP) warnte vor den hohen Folgekosten bei der Variante B. Diese betragen nach der Renovation jährlich etwa 1,7 Millionen Franken. So drehte sich ein grosser Teil der Diskussion denn auch um die finanzielle Belastung für die Stadt. Vor allem von bürgerlicher Seite wurden Bedenken geäussert.

SVP-Sprecher Beat Sterchi fragte, weshalb die Variante B so viel teurer sei als A. Letztere erfülle alle Voraussetzungen für eine Sanierung, wie sie einst vom Parlament gestellt worden seien. Trotzdem schloss die SVP auch das Paket B nicht aus. Aus Sterchis Sicht könnte dieses noch verbessert werden. Die EVP/GLP- und die SP/GL-Fraktionen hielten die vorgeschlagene Variante dagegen für finanziell tragbar. Die SVP beantragte schliesslich: In der Projektierung, die nun in Angriff genommen wird, sollen weiterhin zwei Projekte weiterverfolgt werden.

Antrag sorgte für Verwirrung

Dieser Antrag sorgte für etwas Verwirrung. Vor allem Vertreter der Sozialdemokraten setzten sich dafür ein, sich auf ein Projekt festzulegen. «Es braucht keine Variantenabstimmung», sagte Walter Wüthrich (SP). Es sei Auftrag der Volksvertreter, dem Volk eine Vorlage zu unterbreiten, über die das Parlament entschieden habe. Eine Variantenabstimmung setze ein falsches Signal für kommende Grossprojekte, ergänzte Nathalie Scheibli (SP).

So müssten auch künftig bei Geschäften solcher Dimensionen Varianten vorgelegt werden. Sterchi präzisierte jedoch den Vorschlag der SVP: «Es geht jetzt nicht darum, ob das Volk definitiv über zwei Sanierungsvarianten abstimmen kann.» Darüber könne der Stadtrat später entscheiden. Der Gemeinderat solle vorläufig zwei Projekte parallel bearbeiten, damit am Schluss eine akzeptable Vorlage bestehe, die beim Stimmbürger durchkommen könnte. Rufener erklärte, dies sei möglich – und der Gemeinderat könne damit leben.

Der Antrag der SVP wurde bei 36 anwesenden Stadtratsmitgliedern mit 28 Ja- zu 8 Nein-Stimmen angenommen. Die FDP/jll-Fraktion beantragte, die Variante B solle weiterhin ebenfalls B1 beinhalten. Diesem Antrag folgte das Parlament noch deutlicher als dem SVP-Antrag. Rufener sagte, somit solle dem Stadtrat möglichst noch in diesem Jahr ein Projektierungskredit unterbreitet werden.

Eine ungewöhnliche Allianz

Danach wurde diskutiert, ob das Stadttheater in eine Aktiengesellschaft (AG) ausgegliedert werden soll. Bereits im Vorfeld der gestrigen Sitzung zeigte sich, dass eine Ausgliederung wenig Chancen hat. Schliesslich bildete sich eine ungewöhnliche Allianz aus SVP und SP: Mit 19 zu 16 Stimmen bei 1 Enthaltung sagte der Stadtrat Nein zur AG. Damit bleibt das Theater vorläufig im Besitz der Stadt.