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Sprechstunde für die Kleinsten

Massive Trotzanfälle, Nahrungsverweigerung, Schlafprobleme: Für Eltern von Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren bieten die Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG) neu eine spezielle Sprechstunde an.

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Raphael Eisenring,PDAG

Raphael Eisenring,PDAG

Gesundheit Aargau

«Hinschauen lohnt sich – speziell bei psychischem Leid und gerade bei Kindern», sagt Raphael Eisenring, Leitender Arzt des ambulanten Bereichs des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes der PDAG. Weshalb? «Eine rechtzeitige Abklärung und Behandlung kann nicht nur Stress und Leid, sondern auch eine Chronifizierung mit Folgeproblemen verhindern.»

Angebot im Aufbau

Worum geht es? Auf dem Areal Königsfelden bieten die PDAG seit einigen Monaten neu eine Sprechstunde für Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren und deren Eltern an. Das Angebot aus bestehenden Mitteln ist im Aufbau begriffen und soll zu einem späteren Zeitpunkt auf noch jüngere Kinder ausgeweitet werden. Raphael Eisenring betont: «Zeigen Kleinkinder Schlafprobleme, schreien sie sehr häufig oder verweigern die Nahrungsaufnahme, gilt es zunächst abzuklären, ob eine körperliche Ursache vorliegt.» Bedeutet konkret: Erste Anlaufstelle bleiben weiterhin die Kinderärzte, in zweiter Linie die heilpädagogischen Dienste und die Mütter- und Väter-Beratung. Eisenring: «Wenn sich dabei keine Besserung zeigt, soll mit den Fachleuten dieser Stellen besprochen werden, ob eine Anmeldung in der neu geschaffenen Sprechstunde der PDAG angezeigt ist.»

Erschöpfte Eltern

Auch die Belastung der Eltern gelte es angemessen zu berücksichtigen. «Häufig sind die Eltern verunsichert, durch ständigen Schlafmangel mit den Nerven am Ende und wissen nicht mehr weiter.» In der Sprechstunde würde auch auf ihre spezifischen Sorgen eingegangen. Seit mehr als einem Jahr haben die Psychiatrischen Dienste Aargau AG die Zusammenarbeit mit den heilpädagogischen Diensten intensiviert. «Dabei hat sich der Bedarf nach einem spezifischen kinderpsychiatrischen Angebot für die Kleinsten unserer Gesellschaft und deren Eltern deutlich gezeigt», erklärt Raphael Eisenring.

Autorin: Ursula Känel Kocher / Gesundheit Aargau

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