Masterplan
Spital macht sich schlank für den Kanton

Noch 21,9 Millionen Franken soll die dritte Etappe des Ausbaus des Spitals Region Oberaargau (SRO) kosten. Das sind 16 Millionen Franken weniger als ursprünglich geplant.

Urs Byland
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Das SRO-Spital Langenthal muss sparen

Das SRO-Spital Langenthal muss sparen

Solothurner Zeitung

Mit diesen Zahlen haben die Verantwortlichen der SRO beim Kanton ein Gesuch für die dritte Etappe eingereicht und ziehen in den Kampf um knapper werdende kantonale Fördergelder. Grossrat Dieter Widmer, SRO-Verwaltungspräsident bestätigt diese Taktik. «Wir haben gemerkt, dass die Kantonsgelder knapp werden, und haben uns deshalb angepasst. Wir reduzieren die Investitionen, in der Hoffnung, gute Karten im Verteilkampf in den Händen zu halten.»

Zur Erinnerung: Erst Anfang dieses Jahres erfolgte die Zusage für die Kantonsgelder der 2. Etappe. Diese ist mit einem Investitionsvolumen von 75 Millionen Franken das Herzstück des Masterplanes. Nachdem die Stadt die Überbauungsordnung genehmigte, steht dem Baustart für die zweite Etappe nichts mehr im Wege.

Die dritte Etappe sieht im Wesentlichen eine Zusammenführung der Logistikbereiche, einen Anbau am Bettenhochhaus und einen Umbau im Bettenhaus Süd vor. Einsparungen soll es nun dank einer Reduktion des Anbaus beim Bettenhochhaus geben. «Ursprünglich planten wir, den Anbau ebenso tief auszuführen wie den neuen Lift. Davon sehen wir nun ab. Der Anbau wird reduziert», erklärt Dieter Widmer.

Kein Rettungsdienst-Neubau

Gänzlich verzichten will die SRO AG auf die ursprünglich vorgesehene 4. Etappe. Der Neubau für den Rettungsdienst und ein Parkhaus hätten Kosten von rund 8 Millionen Franken verursacht. Diese Kosten sind aber in den Investitionskosten, die kantonal abgeholt werden können, nicht enthalten. Der Verzicht auf den Neubau Rettungsdienst erfolge, weil mit den kommenden kantonalen Vorgaben die Regel, dass in 90 Prozent aller Fälle innert 15 Minuten die Patienten erreicht werden müssen, gelten wird. Dies bedeutet aber, dass die ursprünglich geplante Zentralisierung in Langenthal nicht mehr möglich ist. «Nach der alten Regel hätte ein zentraler Rettungsdienst Sinn gemacht. Wir hätten die Anforderungen erreicht.» Neu werde das Rettungswesen dezentraler organisiert, führt Dieter Widmer aus.

Das Parkhaus hätte ferner die bestehenden Parkplatzprobleme lösen können. Aber Parkplätze gehören laut Widmer nicht zum Primärgeschäft eines Spitals. «Wir werden mittelfristig das Gespräch mit der Stadt suchen und eventuell mit weiteren privaten Investoren ein Parkhaus zu realisieren versuchen.» Falls dies nicht klappe, müsse das Spital mit der jetzigen Situation zurechtkommen.

Einsparungen bei Betriebskosten

Mit dem Masterplan werden laut SRO-Verantwortlichen die Anforderungen der kantonalen Versorgungsplanung erfüllt und die Entwicklungen des Marktes und der neuen Spitalfinanzierung ab 2012 aufgenommen. Betriebswirtschaftlich sei das Projekt sinnvoll, weil die Betriebskosten um jährlich rund 8 Millionen Franken reduziert werden könnten. Den Wirtschaftlichkeitsberechnungen würden realistische Annahmen über die Entwicklung der Fallzahlen und der Abgeltung via Fallkostenpauschalen zugrunde liegen. Die Refinanzierbarkeit der Investitionen sei ebenfalls nachgewiesen. Externe Spezialisten hätten die Berechnungen bestätigt, schreibt die SRO AG in einer Mitteilung. Nach der Realisierung des Gesamtprogramms wird die SRO AG noch 187 Betten aufweisen. Noch vor drei Jahren wurden an den alten SRO-Standorten insgesamt 225 Spitalbetten betrieben.

«Erfreuliche Entwicklung»

Um die Attraktivität des SRO zu steigern, unternehme die Leitung grosse Anstrengungen. «Wir verbessern laufend das Angebot. Die
Entwicklung beispielsweise in der Orthopädie ist sehr erfreulich.» Nach letzten Erhebungen suchen 58 Prozent der Oberaargauerinnen und Oberaargauer bei einem Spitalaufenthalt das SRO auf. Die letzten Monate würden auf eine Steigerung dieses Wertes hindeuten, so der
Verwaltungsratspräsident Dieter Widmer.