Freiamt
Soziale Reiseagentur für Kleingruppen

Urs Steinmann (52) will mit «Freiamt on Tour» ärmere Freiämter mit einem Ausflug überraschen.

Andrea Weibel
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Soziale Reiseagentur für Kleingruppen

Soziale Reiseagentur für Kleingruppen

«Bei mir muss immer etwas Soziales dabei sein», sagt der Wohler Urs Steinmann. So sei für ihn selbstverständlich, dass die kleine Marktlücke, die er für sich entdeckt hat, auch einen sozialen Aspekt haben soll.

Der ehemalige Reiseleiter hat nach 20 Jahren Büroarbeit wieder zu seiner früheren Tätigkeit zurückgefunden. «Im Freiamt gibt es aber genügend Car-Unternehmen, die grosse Gruppen durch die Schweiz führen», ist er sich bewusst. «Ich will auch keine Konkurrenz für sie sein. Deshalb möchte ich mich auf Kleingruppen spezialisieren.» Dazu gehören neben den Fahrten in die Berge oder ins Tessin ganz individuelle Reisen, wie zum Beispiel eine Shoppingtour nach Waldshut. «Auch wenn eine Gruppe an ein Fest oder ein Konzert fahren will, können sie mich gerne buchen. Vorausgesetzt, es sind zwischen sechs und acht Personen.»

Überraschung für die Ärmeren

Der soziale Aspekt innerhalb dieser Geschäftsidee beinhalte eine Überraschung. Denn «man sieht sie zwar nicht sofort, aber im Freiamt gibt es doch sehr viel Armut», weiss Steinmann. «Deshalb möchte ich Sponsoren finden, welche diesen Menschen einen Ausflug ermöglichen.» Firmen, die sich sozial engagieren wollen, könnten also eine Reise finanzieren, «dann gehe ich auf die verschiedenen Sozialämter der Region und frage an, wem eine solche Reise zugutekommen solle, denn das können mir die Ämter sicher sagen». So könnten die ärmeren Leute für einmal überrascht werden. «Auf diese Weise möchte ich ihnen eine Freude bereiten, sie dadurch vielleicht ein bisschen von ihrem schwierigen Alltag ablenken und ihnen neuen Mut geben», beschreibt er. «Ich möchte ihnen zeigen, dass man sie nicht vergessen hat.»

Da Urs Steinmann kein Geld für grosse Werbeaktionen habe, schreibe er alle Firmen in der Umgebung persönlich an und gehe wenn möglich vorbei, um ihnen seine Idee vorzustellen.

50 bis 100 Franken pro Person

Die Firmen könnten Gutscheine für einzelne Personen oder gleich für eine ganze Gruppe erwerben. «Die schönste und teuerste Reise, die ich anbiete, ist jene ins Tessin, die würde 800 Franken kosten, wenn man gleich für acht Personen bezahlen möchte.» Das Essen würde er auf seine eigene Rechnung nehmen, «das ist mein Beitrag», garantiert der Reiseleiter. Weniger teure Reisen könnte man aber schon ab 50 Franken pro Person durchführen.

Im November will Urs Steinmann mit seiner Geschäftsidee loslegen. «Es würde mich sehr freuen, wenn ich bis dahin bereits mit der ersten Überraschung an die Sozialämter herantreten könnte», sagt er. Bevor es aber so weit ist, geht er nochmals seiner alten Beschäftigung nach: «Im Oktober führe ich eine Grossgruppe durch Ägypten», freut er sich sichtlich. «Dann widme ich mich aber meinen Kleingruppen.»

Infos und Daten sind auf der Homepage http://freiamtontour.npage.ch ersichtlich.