Basler Wahlen
Soll die Basler Innenstadt autofrei werden?

Normalerweise ist das Thema Verkehr sehr umstritten, doch die Diskussion um eine autofreie Innenstadt wird fast einheitlich geführt. Nur die FDP ist grundsätzlich gegen eine Sperrung der Innenstadt für Autos aus Angst vor einer «toten Stadt».

Andreas Maurer
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Anlässlich der Suisse-Paris Rallye RAID fahren Oldtimer durch die Innenstadt.

Anlässlich der Suisse-Paris Rallye RAID fahren Oldtimer durch die Innenstadt.

Juri Junkov

Juri Junkov

Ja. Es ist nun endlich an der Zeit, nach jahrlangen Diskussionen eine autofreie Innenstadt möglichst flächendeckend einzuführen. Die Mittlere Brücke und Teile des Kleinbasels gehören zwingend dazu. Eine autofreie Innenstadt soll dabei mit geeigneten Massnahmen wie Poller oder Absperrschranken durchgesetzt werden, so wie wir es von anderen europäischen Städten bereits kennen.

Nicole Nars-Zimmer

Ja. Eine autofreie Innenstadt erhöht die Attraktivität Basels sowohl für die Menschen, die hier wohnen, wie auch für Touristen und Kauflustige aus der Umgebung. Die Läden in der Innenstadt hätten damit einen Standortvorteil mehr im Konkurrenzkampf mit den grossen Einkaufszentren an der Peripherie. Bitte aber die Quartiere nicht vergessen.

Heinz Dürrenberger

Ja unbedingt. Dies wird die Einkaufs- und Verweilqualität der Innenstadt enorm erhöhen. Natürlich muss es für Lieferfahrten und Handwerker möglich sein, zu gewissen Zeiten in die Innenstadt zu fahren. Private müssen aber nicht mit dem Auto durch die Innenstadt fahren, das öV-Angebot reicht dafür völlig aus.

Kenneth Nars

Ja, klar. Davon profitiert das Gewerbe beziehungsweise der Detailhandel zuerst, das zeigen verschiedene Studien zu autofreien Fussgängerzonen. Dann profitieren die Basler Bevölkerung und die Besucher insgesamt, weil die Stadt schöner, attraktiver, lebendiger werden kann. Wenn zugleich Park-and-ride, öV, Velo, Fussverkehr effektiv ausgebaut werden, wäre auch ein weiteres Parkhaus in Zentrumsnähe denkbar.

Zur Verfügung gestellt

Was in anderen Städten in Europa längst mit grossem Erfolg eingerichtet wurde, muss endlich auch in Basel Tatsache werden. Autofreie Zentren lassen überall das Einkaufen und Flanieren zum entspannten Erlebnis werden. Das stärkt den Detailhandel - nicht von Ungefähr redet man ja von der «Laufkundschaft». Nicht zuletzt profitiert auch Basels Image als Touristenstadt. Die Innerstadt ist mit dem öV hervorragend erschlossen und Parkiermöglichkeiten gibt es in Fussdistanz.

Nicole Nars-Zimmer

Die CVP Basel-Stadt ist der Meinung, dass die Innerstadt verkehrsfrei werden sollte. Mit Ausnahme der Trams wollen wir keine Fahrzeuge im Zentrum, also auch keine Zweiräder. Wir fordern deshalb eine echte Fussgängerzone, damit wir ein attraktives Cityerlebnis bieten können als Erlebnis-, Begegnungs- und Shoppingzentrum. Dazu gehört mindestens ein weiteres Parkhaus am Rand der Innerstadt und dies zu vernünftigen Parkgebühren.

Kenneth Nars

Nein, denn dadurch würde das Gewerbe, der Detailhandel stranguliert. Auch viele Einwohner der Innenstadt würden ausziehen. Wollen wir eine tote Stadt? Nein. Damit eine Stadt lebt, braucht es Verkehr. Einmal ist das Tram, einmal das Velo und einander mal der Lieferwagen oder das Auto das richtige Verkehrsmittel. Zudem soll in die Verkehrsträger und neue Technologien investiert werden. Die FDP steht für ein intelligentes Miteinander ein und wendet sich gegen Verteufelungen.

Andreas Maurer

Ja, dazu braucht es genügend Parkfläche in zumutbarer Distanz. Eine attraktive Fussgängerzone hilft dem Detailhandel und ist im Interesse der Kunden. Die heutigen Zulieferungs-Regeln sind nicht ideal, andere Städte schaffen es, dass ab spätem Vormittag keine Lieferwagen mehr zirkulieren. Für ältere Leute sollte die Zufahrt, zum Beispiel per Taxi stets, nicht nur morgens, möglich sein. Andere vergessen die älteren Menschen leider oft. Die LDP setzt sich auch in diesem Bereich für ältere Leute ein.

Kenneth Nars

Grundsätzlich begrüsse ich eine verkehrsfreie Zone in der Innenstadt. Ganz wichtig ist aber, dass das Gewerbe nicht behindert wird. Sowieso geht es bei dieser Diskussion nicht nur um die Autos. Auch die Rolle der Trams und Busse muss diskutiert werden. Die Trams benutzen vom Messe- bis Barfüsserplatz den attraktiven Platz und machen diesen unbenutzbar. Plätze wie Barfi und Marktplatz werden durch den Tramverkehr regelrecht in zwei Teile geteilt. Deshalb ist eine gesamtheitliche Betrachtung angezeigt.