Ratgeber Gesundheit
Sind das die Bandscheiben?

Mein Mann (68) hat seit einigen Wochen starke Rücken- und Wadenschmerzen, wenn er längere Spaziergänge macht. Nach einer Pause ist es meist rasch wieder besser. Sind das die Bandscheiben? Frau A. L. aus A.

Dr. med. Ernst Groechenig
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Gesundheit Aargau
Dr. med. Ernst Gröchenig Chefarzt Angiologie, KSA

Dr. med. Ernst Gröchenig Chefarzt Angiologie, KSA

Gesundheit Aargau

Bei Männern im höheren Alter findet sich neben Bandscheibenproblemen nicht selten eine Durchblutungsstörung der Beine. Die Symptome beider Erkrankungen sind ähnlich; häufig überlagern bzw. vermischen sie sich und lassen sich nicht ohne weiteres auseinanderhalten.

Für ein Problem vonseiten der Wirbelsäule (Spinalkanalstenose, Bandscheibenprobleme) spricht das Auftreten der Beschwerden im Stehen, Liegen oder beim Abwärtsgehen. Für eine Durchblutungsstörung der Beine wiederum sind Schmerzen beim längeren Gehen, die sich in Ruhe wieder bessern, typisch. Bei einer Durchblutungsstörung der Beine ist das Aufwärtsgehen schlechter, das Abwärtsgehen besser; zudem treten die Schmerzen in der Regel beim Stehen oder Liegen nicht auf, ausser in sehr schwerwiegenden Fällen.

Bei Ihrem Mann wären die Wadenschmerzen beim Gehen zwar ein typisches Symptom für eine Durchblutungsstörung. Aber ähnliche Symptome können auch durch eine Spinalkanalstenose oder durch ein Problem mit den Bandscheiben ausgelöst werden. Um das auseinanderzuhalten, wäre eine Untersuchung mit der Frage nach einer Durchblutungsstörung der Beine sinnvoll. Dazu wird neben einer körperlichen Untersuchung eine Blutdruckmessung an den Beinen und eine Ultraschalluntersuchung der Arterien durchgeführt. Diese Untersuchungen sind schmerzlos und ohne Risiko für den Patienten und geben sehr genau Auskunft, ob eine Durchblutungsstörung der Beine vorliegt und wie hochgradig sie ist. Meistens ist damit eine Therapieplanung möglich; nur selten braucht es dazu zusätzliche Abklärungen. Je nach Schweregrad gibt es unterschiedliche Therapiemöglichkeiten wie Gehtraining in einfachen Fällen, Medikamente zur Förderung der Durchblutung oder Ballonkathetereingriffe bis hin zu einer Gefässoperation.

Dass die Beschwerden in den Bergen besser werden, würde ich mit einem veränderten Gehmuster in einer anderen Umgebung, vielleicht mit einem anderen Schuhwerk als in der Stadt, einem veränderten Gelände und vor allem mit der entspannten Urlaubssituation erklären.