Niederbipp
Sieben Kameras wachen nun über das Schulareal

Die Videokameras sind beim Schulhaus installiert – gelöst sind die Probleme damit zwar noch nicht. Aber auf dem Areal ist es bereits ruhiger geworden und die Abfallmenge ist zurückgegangen.

Andrea Marthaler
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Die Kugelkameras sind unauffällig.

Die Kugelkameras sind unauffällig.

Solothurner Zeitung

Seit letztem Freitag laufen die sieben Videokameras auf dem Schulareal der Primarschule Niederbipp. Montiert wurden sie Ende Juni. Noch ist es zu früh, ein Fazit zu ziehen. Doch gespürt habe man bereits einen Effekt. «Auf dem ganzen Areal ist es ruhiger geworden», sagt Schulhausabwart Rainer Schaub. Zum Beispiel sei die Abfallmenge zurückgegangen. Verallgemeinern kann man diese Aussage aber nicht. Denn gerade nach dem letzten Wochenende musste Schaub trotz Kameras viele Zigarettenstummel einsammeln. Bei der kantonalen Polizei in Wangen a.A kann man noch nichts zum Effekt sagen, dafür sei die Zeitspanne zu kurz.

Während die Kindergärtler und Primarschüler ob der Videokameras etwas eingeschüchtert sind, bleibt abzuwarten, ob die Überwachung auch auf die älteren Jugendlichen und insbesondere die Auswärtigen, die mit ihren Autos zum Schulhaus fahren, eine Wirkung hat. Denn diese bereiten hauptsächlich Schwierigkeiten. Edith Born, Gemeinderätin und Präsidentin der Kommission Prävention und Sicherheit, glaubt an den Nutzen der Kameras. «In unserer Nachbargemeinde Oensingen zum Beispiel erzielte man gute Erfolge.» Born hofft insbesondere, dass die Sachbeschädigungen aufhören. In letzter Zeit waren zweimal Storen heruntergerissen worden, Blumen wurden ausgerissen und Abfalleimer angezündet. In solchen Fällen von Sachbeschädigung können künftig die Videoaufnahmen ausgewertet werden.

Verbotstafeln für Areal

Ob die Kameras gegen das Herumlungern der Jugendlichen nützen, ist allerdings fraglich, denn solange keine Anzeige erfolgt, bleiben die Aufnahmen unausgewertet. Allerdings sind in Niederbipp weitere Massnahmen geplant. Bis zum Ende der Sommerferien sollen Verbotstafeln aufgestellt werden, die das Betreten der Anlage abends und an den Wochenenden einschränken. «Wir hatten schon einmal Verbotsschilder, doch die wurden entwendet», sagt Born. Die Neuen sollen allerdings vernünftiger ausgestaltet sein. Statt eines vollständigen Rayonverbots soll der Aufenthalt nur noch auf einzelnen Plätzen verboten werden. Der Spielplatz soll zum Beispiel zugänglich bleiben.

«Im Moment haben wir keine Möglichkeit, die Leute wegzuweisen», sagt Born. Mit den Verbotstafeln wird diese Lücke geschlossen. Die patrouillierenden Securitas wie auch der Abwart haben damit eine rechtliche Grundlage, um die Personen wegzuschicken. Damit sollen die Lärmklagen aus der Nachbarschaft sowie herumliegende leere Glasflaschen und Zigarettenstummel nach den Wochenenden der Vergangenheit angehören.

Verlagerung der Szene

In den Sommerferien sind die Kameras 24 Stunden am Tag in Betrieb. Während der Schulzeit sollen sie hingegen nur nachts, von 17 Uhr bis 6 Uhr, sowie an den Wochenenden laufen. «Die Schulkinder sollen nicht während der Schule gefilmt werden», betont Born. Die Kameras sind so ausgelegt, dass sowohl die wichtigsten Plätze, aber insbesondere alle Zugangswege überwacht werden. «Wer nachts aufs Gelände läuft, wird garantiert irgendwo erwischt», sagt Born.

Für sie hat sich die Investition von 30000 Franken für die sieben Kameras gelohnt. «Es wurde Zeit, etwas zu machen.» Dass das Problem mit herumlungernden Jugendlichen für Niederbipp damit aber gelöst ist, glaubt selbst Born nicht: «Es wird sich verlagern.» Schulhausabwart Rainer Schaub konnte das bereits feststellen: «Die Jugendlichen ziehen sich zum Kindergarten zurück». Auch sind sie schon auf der Rampe zur Firma Rudolf Krenger AG gesehen worden. Doch dort sind sie auf Privatgrund.

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