Dietikon
Sie trafen sich zum letzten Mal - Der Altersclub Bergflora musste aufgelöst werden

Nach zwölfjähriger Tätigkeit für den Altersclub Bergflora hört Marianne Gloor auf. Eine Nachfolgerin konnte nicht gefunden werden.

Cynthia Mira
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Marianne Gloor und Margrit Kunz haben sich viele Jahre für den Altersclub engagiert.
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Der Altersclub Bergflora wurde aufgelöst
Hans Ramseier ist erst vor einem Jahr beigetreten und nahm zum Abschied seine Mundharmonika hervor.
Die kleinen Häppchen waren beliebt.
Obwohl es nicht wirklich etwas zu feiern gab, wurde das Glas auf die schöne Zeit erhoben.
Rund dreissig Mitglieder trafen sich regelmässig zu gemeinsamen Ausflügen.

Marianne Gloor und Margrit Kunz haben sich viele Jahre für den Altersclub engagiert.

Limmattaler Zeitung

Es war das letzte Treffen von rund 30 Seniorinnen und Senioren, die sich am Mittwochnachmittag im Mehrzweckraum im Alters- und Gesundheitszentrum in Dietikon zusammenfanden. Der Altersclub Bergflora wurde aufgelöst, weil keine Nachfolge gefunden werden konnte. Über ein Jahr lang hatte Marianne Gloor vergebens jemanden gesucht, der für sie die Organisation für die Nachmittage und Ausflüge übernehmen würde: «Es ist für mich höchste Zeit aufzuhören», sagte sie. Es sei ein komisches Gefühl. Sie habe zwölf Jahre die Arbeit gerne gemacht, aber irgendwann sei genug. Gloor ist 87 Jahre alt und hat sich mit viel Herzblut eingesetzt.
«Sie hat immer alles gegeben und uns so schöne Ausflüge ermöglicht», erzählte Verena Vinzens aus Dietikon. Sie komme seit vielen Jahren. Dank ihr fanden gleich mehrere Seniorinnen den Weg in den Club. So auch Rosa Maria Dittli, die erst kürzlich von Spreitenbach nach Dietikon zog: «Ich bin vor einem Jahr beigetreten und es ist so schade, dass es zu Ende ist. Ich wurde gleich aufgenommen und integriert, das ist nicht selbstverständlich», meinte sie. Sie sei die Jüngste und immer erschienen, wenn es ihr möglich war.

Gemeinsam erkundeten sie Ortschaften in der Schweiz

Insgesamt 45 Ausflüge wurden von Gloor organisiert. Dabei war sie stets auf der Suche nach ganz speziellen Routen und Ortschaften in der Schweiz: «Wir waren immer mit demselben Carunternehmen unterwegs und ich habe jede Reise ohne die Hilfe eines Computers organisiert», erzählte sie. Ihr Kopf sei ihr PC. Die Bedürfnisse der Mitglieder haben sich auch über die Jahre verändert: «Mein Hobby ist das lange Stehen auch nicht mehr», sagte sie und so gehe es vielen. Das Wichtigste sei die gemeinsame Zeit. Es sei der Kontakt, den der Club ermöglichte und in einem gewissen Alter so wertvoll werde. «Wir brauchten keine grossen Worte, wir haben einfach gemacht und einander immer geholfen», so Gloor weiter. Fünf Clubs seien 1966 für Menschen im höheren Alter ins Leben gerufen worden, um das Gemeinschaftliche zu zelebrieren; jetzt gebe es nur noch einen. Bei der Organisation hatte sie die Unterstützung von Margrit Kunz. Auch sie findet es traurig, dass nun Schluss ist: «Es war immer schön, wenn man sich auf der Strasse sah, zuwinkte, und sich dann gegenseitig bestätigte, dass bald wieder ein Hock ansteht.» Zudem habe ihr das Reisen immer wieder vor Augen geführt, wie schön die Schweiz sei: «Wir haben so viel gesehen, auch grosse Felder voller Sonnenblumen, es war herrlich.»

Sie erhoben das Glas auf die schöne gemeinsame Zeit

Bereits zu Beginn des Nachmittags waren alle in Gespräche vertieft, sodass Gloor eine kleine Glocke brauchte, um Aufmerksamkeit zu generieren: «Wir haben es schön und gemütlich, jetzt gilt es zu geniessen.» Gemeinsam wurde «Oh du fröhliche» gesungen. Es gab Sandwiches und eine Torte zum Schluss. Für eine kleine musikalische Einlage sorgte Hans Ramseier mit seiner Mundharmonika. «Es ist zu bedauern, wir hatten es so gut miteinander», sagte er. Marlise Schmid erhob schliesslich das Glas auf Gloors langjähriges Engagement: «Ich bin über all die Jahre so gerne gekommen», sagte sie. Und alle Anwesenden stimmten ihr zu.