Stadtfest
Sie kam im Abendkleid auf dem Kamel

16 fantasievoll kostümierte Schauspielerinnen und Tänzerinnen verblüfften die Festgemeinde auf dem Theaterplatz mit ihrer Performance «Traumgeschichten».

Ursula Burgherr
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Traumgeschichten: Live-Performance auf dem Theaterplatz
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Traumgeschichten: Live-Performance auf dem Theaterplatz
Traumgeschichten: Live-Performance auf dem Theaterplatz
Traumgeschichten: Live-Performance auf dem Theaterplatz
Traumgeschichten: Live-Performance auf dem Theaterplatz

Traumgeschichten: Live-Performance auf dem Theaterplatz

Alex Spichale

Die märchenhaften Frauengestalten kamen ganz plötzlich aus allen Richtungen daher und mischten sich unter das Publikum. Ein puppenhaftes Wesen bewegte sich roboterhaft durch die Menge. Die Akteurin im Vogelkostüm stand auf einem der Festbänke und breitete ihre federbesetzten Schwingen aus.

Eine Dame im feuerroten Cape fixierte einzelne Zuschauer mit ihren stahlblauen Augen. «Stets i Truure mues i läbe» sangen zwei Mädchen in Trachtenkostümen. Doch was über ihre Wangen floss, waren nicht Tränen, sondern der Regen, der in Sturzbächen niederprasselte.

Die Idee von Simona Hofmann und Annina Sonnenwald erwies sich aber trotz der ungnädigen Wetterlage als äusserst originell: in einem Frauenteam verschiedene Fantasiefiguren entwickeln, die sich wie Traumgestalten unter das Publikum mischen und wieder verschwinden. Wunderschön die Kostüme, eindringlich der archaische afrikanische Mantragesang, der das Ganze untermalte.

Trockeneisnebel aus dem Brunnen

Aus dem Theaterplatz-Brunnen quoll Trockeneisnebel und liess die Szenerie irgendwie unwirklich erscheinen. Ob Spinne, Prinzessin oder Ballerina, jede der Mitwirkenden versuchte auf spezielle Weise die Leute in Bann zu ziehen. Als alle mit ihren Schirmen beschäftigt waren oder ins Trockene flüchten wollten, entwickelte sich ein kleines Chaos, das aber bald wieder gebändigt war.

Zum krönenden Abschluss der Performance ritt Simona Hofmann im Abendkleid hoch zu Kamel daher. Sie hatte zusammen mit Annina Sonnenwald die «Traumgeschichten» entwickelt und inszeniert. «Es war ein gigantisches Gefühl, auf dem riesigen Platz und inmitten dieser Menschenmasse zu spielen», meinten beide nach der Vorstellung.

Und waren voll des Lobes über ihre Mitspielerinnen: «Wir wuchsen zu einem Team zusammen und sind begeistert, wie viel Kraft und Zusammenhalt sich in der Gruppe entwickelt hat.» Das nennt man Frauenpower!