Herzogenbuchsee
Sie bringen den Buchsi-Park zum Klingen

Seit zehn Jahren organisieren Claudio Jakob und sein Team das im Herzen von Buchsi stattfindende Musik-Openair Earthquake. Ihr Schaffen wurde nun mit dem Kulturpreis 2011 ausgezeichnet. Das Preisgeld kommt der Musik zugute.

Karin Iseli-Trösch
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Claudio Jakob (l.) und Stefan Gilgen. kit

Claudio Jakob (l.) und Stefan Gilgen. kit

Solothurner Zeitung

Der schmucke Park im Herzen von Buchsi wird jeden Juni zur Bühne für internationale Musikgruppen und noch völlig unbekannte, lokale Bands. Bereits zum zehnten Mal lädt der Verein Buchsi Local Club in diesem Jahr zum Musik-Openair Earthquake ein. Weit mehr als 1000 Besucher können die sieben OK-Mitglieder im Durchschnitt jährlich willkommen heissen. Dieser Erfolg entging auch der Gemeinde Herzogenbuchsee nicht: Die Kulturkommission ehrt die Organisatoren und ihr Schaffen mit dem Kulturpreis 2011.

Anerkennung für das Erreichte

Claudio Jakob, OK-Präsident des Earthquake, freut sich sehr über diese Anerkennung: «Es ist schön, dass wir als Teil der Dorfkultur angesehen werden und dass unsere Bemühungen geachtet werden. Bis anhin haben wir kaum je etwas von der Gemeindebehörde gehört. Weder Positives noch Negatives. Das Preisgeld werden wir übrigens in das diesjährige Jubiläums-Festival investieren.» Er und Stefan Gilgen, der für das Sponsoring und die Sicherheit des Open-airs zuständig ist, stehen unter dem Baum im Park und schauen sich um. «Es ist schon eine ganz spezielle Location für ein Openair. Diese Anlage hat einfach Charme. Wir haben uns in den zehn Jahren noch nie ernsthaft überlegt, den Standort zu wechseln», meint Claudio Jakob. Das Earthquake und der Park gehörten einfach zusammen.

Ehrenamtlich tätig

Viele Stunden investieren er und seine Kollegen in die Organisation des Anlasses. Alles völlig ohne Entgelt. Denn anders, als manchmal von Aussenstehenden angenommen würde, arbeiteten alle unentgeltlich für das Openair, betont Stefan Gilgen. «Auch ohne, dass wir uns einen Lohn geben, müssen wir jährlich 30000 bis 40000 Franken aufwenden, um das Openair auf die Beine zu stellen. Und da der Eintritt häufig ganz bewusst nichts oder nur sehr wenig kostet, fällt diese Einnahmequelle schon mal weg.»

Einen Grossteil des Geldes erhalten die Bands. Dann aber müssen die Organisatoren auch die Sicherheitsfirma bezahlen, all die Bewilligungen, die Infrastruktur, sowie die Miete für den Park und die benutzten Gebäuden. Dank Sponsoren und den Einnahmen durch den Getränkeverkauf steht auf der Schlussabrechnung zumeist trotz allem eine schwarze Null oder ein kleines Plus. Davon werde ein Fest für die rund 50 freiwilligen Helfer bezahlt und ein Polster für die kommenden Openairs angelegt, so Claudio Jakob. Einmal, als das Plus auf dem Konto etwas grösser war, bezahlte der Verein der Buchsi-Jugend einen Skaterpark. Sich an dem Anlass zu bereichern liegt den OK-Mitgliedern fern.

Zehn Anfragen pro Tag

Täglich bekommt Claudio Jakob als Verantwortlicher für die Band-Auswahl bis zu zehn Mails von Musikgruppen, die gerne am Openair auftreten würde. Die meisten dieser Anfragen landen im virtuellen Papierkorb: «Es gibt fast schon unzählige Bands in der Schweiz. Nicht alle sind für unseren Anlass geeignet. Klar geben wir auch einer No-Name-Band aus der Region gerne eine Chance – wenn sie uns denn überzeugt. Aber eine Band aus Zürich, die noch niemand kennt, nehmen wir kaum ins Programm auf.» Dass er und seine Kollegen ein gutes Ohr bei der Auswahl der Bands haben, kann niemand bestreiten: Ein paar der Bands, die in Buchsi gespielt haben, stehen heute auf den wirklich grossen Bühnen der Schweiz. In diesem Sommer darf man sich auf ein ganz spezielles Festival freuen, mit einem Rückblick auf einige der besten Bands der vergangenen zehn Jahren.

Aufwärmrunde vor dem 18. Juni

Bevor es am 18. Juni so richtig zur Sache geht im Buchsi-Park, gibt es Anfang Mai ein Konzert im Kreuz-Keller zum Aufwärmen. «Dieses Mal ist das Konzert nicht nur der Auftakt zum eigentlichen Openair, sondern vor allem die Feier zur Ehre des gewonnen Kulturpreises. Eingeladen ist die gesamte Bevölkerung», sagt Stefan Gilgen. Dass sie den Preis zusammen mit der Trachtengruppe Herzogenbuchsee und Umgebung erhalten haben, freut sowohl ihn wie auch Claudio Jakob. Klar gebe es nicht sehr viele Berührungspunkte aber es sei doch schön, dass in dem Dorf so komplett verschiedene Arten von Kultur Platz hätten und Beachtung fänden.

Info: Die zweiten Preisträger, die Trachtengruppe Herzogenbuchsee und Umgebung, hat das az Langenthaler Tagblatt am 21. April vorgestellt.