Schulraumplanung
Schulraumstrategie: Kanton Zürich braucht bis 2020 mehr Mittelschulen

Der Schulraum der 19 Mittelschulen reicht bis 2020 nicht mehr. Die Zahl von 2008 muss, wegen der ständig steigenden Zahl von Schülern, deutlich nach oben korrigiert werden. Zudem fehlen im bis zu 28 Turnhallen und zwei Grosssanierungen stehen an.

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Kantonsschule Rämibühl

Kantonsschule Rämibühl

Keystone

Bisherige Prognosen gingen davon aus, dass bis 2030 genügend Schulraum vorhanden ist. «Doch die Zahlen von 2008 mussten klar nach oben korrigiert werden», sagte Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) am Dienstag vor den Medien. Nach aktuellen Hochrechnungen nimmt an den Berufs- und an den Mittelschulen die Zahl der Lernenden ab 2020 stark zu.

An den Berufsfachschulen kann der Bedarf an den jetzigen Schulstandorten durch eine effizientere Nutzung der Räume gedeckt werden. Voraussetzung ist, dass die geplanten Massnahmen im Kreis 5 in der Stadt Zürich, an der sogenannten «Bildungsmeile», umgesetzt werden. Hier entspannt sich die räumliche Situation der Berufsschulen, wenn die Zürcher Hochschule für Künste (ZHdK) 2014 ins Toni-Areal zügelt.

Neue Mittelschulen in regionalen Zentren

An den 19 staatlichen Mittelschulen sieht es anders aus. Hier reicht der Schulraum ab 2020 nicht mehr und es müssen bestehende Schulen ausgebaut und neue Mittelschulen erstellt werden.

Bei ihren Planungen geht die Bildungsdirektion von gleichbleibenden Übertritts- und Maturitätsquoten aus. «Wir wollen damit keinen bildungspolitischen Kurswechsel einleiten», sagte Aeppli. Die Schulhausplanung solle jedoch flexibel gestaltet werden, damit sie auch an Veränderungen angepasst werden könne.

Neben Flexibilität setzt die Regierung auf ein dezentrales Angebot in regionalen Zentren, die vom öffentlichen Verkehr gut erschlossen sind und wo ein Wachstum der Schülerzahlen erwartet wird. Die Stadt Zürich soll von Pendlerströmen entlastet werden. In den Regionen Pfannenstiel, Zimmerberg und Knonaueramt sind Standortevaluationen für neue Mittelschulen im Rahmen der Überprüfung des Richtplans vorgesehen.

Hoher Investitionsbedarf

Weil grosse Sanierungen und Umbauten anstehen, wie beispielsweise an der Mittelschule Rämibühl und Zürich Nord, braucht es für die Zeit des Baus Rochade- oder Ausweichflächen. Ausserdem fehlen im Kanton Zürich bis zu 28 Turnhallen.

Die Bildungsdirektion wird gemeinsam mit der Baudirektion eine Sportstättenstrategie entwickeln sowie sechs Regionalstrategien ausarbeiten. Teilweise haben dafür schon Vorarbeiten begonnen, wie etwa an der «Bildungsmeile» in der Stadt Zürich oder in der Region Oberland/Unterland/Glattal/Zürich-Nord sowie in der Region Knonaueramt/Limmattal/Zürich-West.

Ab 2015 sollen die Planung «Pfauen» und rechtes Zürichseeufer in Angriff genommen werden, später dann Enge-Wiedikon und linkes Zürichseeufer. Wenig Veränderungen wird es in Winterthur und Umgebung geben. Hier bestehen bei den drei Mittelschulen und auch bei den drei kantonalen und einer privaten Berufsfachschule genügend Flexibilität und Erweiterungsmöglichkeiten.

Obwohl zum jetzigen Zeitpunkt die Kosten, die auf den Kanton zukommen, noch nicht beziffert werden können, geht die Bildungsdirektion laut Aeppli bis zum Jahr 2040 von Investitionskosten von «weit über einer Milliarde Franken» für Sanierung und Neubauten aus.

Vielleicht müsse man flexibler sein bei den Eigentumsmodellen, sagte die Bildungsdirektorin. Eventuell könnten auch Dritte bauen für den Kanton. Das sei zwar nicht unbedingt billiger, aber es seien dann nicht so viele Investitionsmittel notwendig.

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