Bildung
Schulleiter sollen auch künftig ein Lehrdiplom mitbringen

Schulleiter im Kanton Zürich müssen heute ein Lehrdiplom und eine entsprechende Zusatzausbildung mitbringen. Ob diese Regelung weiterhin gilt, darüber entscheiden die Stimmberechtigten am 3. März. Die Gegner warnen vor einem Abbau der Schulqualität.

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Sara Herzog ist Studentin im dritten Semester und kann in der Primarschule bereits selber Unterricht geben.

Sara Herzog ist Studentin im dritten Semester und kann in der Primarschule bereits selber Unterricht geben.

Annika Bütschi

Der Kantonsrat hatte vor einem Jahr beschlossen, die heutige Zwangsregelung aufzuheben und künftig auch Schulleiterinnen und Schulleiter zuzulassen, die nicht über eine Lehrerausbildung verfügen. Auch der Regierungsrat unterstützt die Lockerung.

Gegen den Parlamentsbeschluss ergriffen die Lehrerverbände SekZH, vpod und ZLV das Referendum. Am Freitag traten Vertreter des Referendumskomitees "Für fachlich kompetente Schulleitungen" vor die Medien, um für den Gegenvorschlag - die Beibehaltung der heutigen Regelung - zu werben. Unterstützt werden sie von SP, GLP und EVP.

Würde die Lehrdiplomvoraussetzung abgeschafft, könnten Schulpflegen künftig "irgendwelche Personen" als Schulleiter anstellen, sagte der Präsident von SekZH (Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich), Urs Loosli. Diese könnten eine Schulleiter-Ausbildung absolvieren, ohne das geringste pädagogische Vorwissen und Schulerfahrung mitzubringen. "Dadurch würde die Schulqualität in Frage gestellt."

Schulleiterinnen und Schulleiter müssten nicht nur mit generellen Fragen der Personalführung, Organisation und Administration vertraut sein. Ebenso wichtig seien pädagogischer und didaktischer Sachverstand, sagte Loosli. Es könne nicht sein, dass die verantwortliche Führungskraft in diesem zentralen Bereich keine Vorbildung mitbringe.

Schulpflege auf kompetente Schulleitungen angewiesen

Da es sich bei der Schulpflege um eine Laienbehörde handle, sei diese auf kompetente Schulleitungen angewiesen, sagte Kurt Willi, Mitglied des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV). Schulleitungen seien auch deshalb eingesetzt worden, damit die Lehrpersonen nicht wie früher nur durch Laien beurteilt werden. Diese Stärke setzten Regierung und Kantonsrat aufs Spiel.

Eine qualitativ gute Schule setze ein funktionierendes Team voraus. In schwierigen Situationen müsse die Schulleitung die Lehrer unterstützen und coachen können. Dies gelinge jedoch nur, wenn der Leiter das pädagogische Handwerk aus eigener Erfahrung kenne.