Huttwil
Schulleiter müssen sich neu bewerben

Die betroffenen Schulleiter sind nicht begeistert, dass sie mit einem Motivationsschreiben neu für ihren Posten bewerben müssen. Die Gemeinde handelt aber gesetzeskonform

Irmgard Bayard
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Die Schulleitung wird neu organisiert, auch wenn dies nicht allen gleich gut gefällt. Jürg Rettenmund/Archiv

Die Schulleitung wird neu organisiert, auch wenn dies nicht allen gleich gut gefällt. Jürg Rettenmund/Archiv

Solothurner Zeitung

«Angenehm ist die Situation nicht», gibt Peter Heiniger zu. Der Schulleiter des Kindergartens und der Primarschule in Huttwil ist wie seine Kollegen von der neuen Bildungsverordnung betroffen, welche der Gemeinderat am 13. Dezember verabschiedet hat. Obwohl er seit 1984 als Schulleiter tätig ist und über eine entsprechende Qualifikation verfügt, muss er sich mit einem Motivationsschreiben bei der Schulkommission als Schulleiter oder Gesamtschulleiter bewerben. Dies haben Schulkommission (Schuko) und Gemeinderat so beschlossen. Sie wollen die Schulleitungsstellen Kindergarten/Primarschule, Oberstufe, IBEM (Integration und besondere Massnahmen) und Gesamtschulleitung öffentlich ausschreiben.

Das mache durchaus Sinn, sagt die zuständige Gemeinderätin Annette Leimer (FWH). «Die neue Bildungsverordnung haben wir gestützt auf das kantonale Volksschulgesetz erarbeitet. Damit werden die Schulleitungen neu strukturiert.» Künftig gibt es eine Gesamtschulleitung. Wer diese innehat, ist gleichzeitig Abteilungsleiter Bildung der Verwaltung, einer neu geschaffenen Stelle. Das ist gemäss Leimer etwa ein 30-Prozent-Pensum. Die Schulleitungen für Kindergarten und Primarschule sowie die Oberstufe beanspruchen weiterhin je rund 70 Prozent, IBEM rund
20 Prozent. «Vorgesehen ist, dass eine Person die Gesamtschulleitung sowie eine der Schulleitungen übernimmt», sagt Leimer.

Genau dieser Punkt wurde jedoch in der Mitwirkung von Kindergärtnerinnen und Lehrpersonen kritisiert. Die Begründung: Eine der Schulleitungen wäre sich damit selber vorgesetzte Stelle. Schuko und Gemeinderat sehen dies nicht so. Im Gegenteil, um Kräfte zu bündeln, sei eine Personalunion sinnvoll. Zudem sei der Gesamtschulleiter dem Gemeindeschreiber unterstellt. Dieser könne bei auftretenden Problemen vermittelnd eingreifen.

Entscheid wird akzeptiert

In letzter Zeit sei in Bezug auf die Schule verschiedenes nicht optimal gelaufen, sagt Schulleiter Heiniger, ohne auf Details eingehen zu wollen. Trotzdem akzeptiert er den Entscheid der Schuko. «Wir Schulleiter haben uns untereinander abgesprochen und der Schulkommission mitgeteilt, wie wir die Organisation in Zukunft sehen», sagt er. Zudem hätten sie sich bei der Erziehungsdirektion abgesichert. «Von dort erhalten wir Rückendeckung.» Das sei wichtig, damit nicht plötzlich einer von ihnen auf der Strasse stehe.

Chancen für Bisherige intakt

Dazu, ob es trotzdem möglich ist, dass eine auswärtige Person die Gesamtschulleitung übernimmt, will sich Leimer nicht äussern. «Ich gehe aber davon aus, dass sich die bisherigen Stelleninhaber interessieren», sagt die Gemeinderätin. Zudem bestätigt sie die Haltung der Erziehungsdirektion. «Wir wurden dazu angehalten, jemanden aus diesen Reihen zu bevorzugen, sofern sie oder er die nötige Qualifikation mitbringt.»

«Dass Stellen bei einer Neuorganisation öffentlich ausgeschrieben und neue Anstellungsverfügungen unterbreitet werden, ist ein gängiges Verfahren», sagt Johannes Kipfer, Vorsteher der Abteilung Volksschule der Erziehungsdirektion des Kantons Bern. Den Fall Huttwil kenne er aber nicht und könne sich deshalb dazu nicht konkret äussern.

Die Schulleiter haben nun Zeit, sich bis zum 23. Februar bei der Schulkommission zu bewerben. Diese nimmt die Wahl der Schulleiter vor. Der Gesamtschulleiter hingegen wird vom Gemeinderat gewählt. Die neue Bildungsverordnung tritt am
1. August in Kraft.

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