Zürcher Kantonsrat
Schulleiter müssen keine abgeschlossene Ausbildung mehr vorweisen

Schulleiter sollen in Zukunft kein Lehrerdiplom mehr vorweisen müssen. Der Zürcher Kantonsrat bekräftigte am Montag seinen früher getroffenen Entscheid. Er empfielt den Gegenvorschlag der Lehrerverbände mit 108 zu 56 Stimmen zur Ablehnung.

Merken
Drucken
Teilen
Schulleiter sollen in Zukunft kein Lehrerdiplom mehr vorweisen müssen.

Schulleiter sollen in Zukunft kein Lehrerdiplom mehr vorweisen müssen.

Keystone

Die entsprechenden Änderungen im Lehrpersonalgesetz hatte das Kantonsparlament im vergangenen Februar verabschiedet. Diese sehen unter anderem vor, dass Schulleiter künftig keine abgeschlossene Lehrerausbildung mehr vorweisen müssen.

Gegen diese Bestimmung setzten sich die Lehrerverbände vpod, ZLV und Sek ZH zur Wehr. Ihrer Meinung nach wäre mit der Neuregelung eine «Managerisierung der Volksschule» verbunden. Für ihr konstruktives Referendum mit dem Titel «Für fachlich kompetente Schulleitungen» sammelten sie mehr als 6000 Unterschriften. Nötig gewesen wären 3000.

Wegen dieses Referendums kam das Thema am Montag im Rat noch einmal zur Sprache. Das Anliegen war jedoch erwartungsgemäss chancenlos.

Corinne Thomet (CVP, Kloten) störte sich an der «Schwarzmalerei» der Lehrerverbände. Man dürfe doch nicht glauben, dass die Schulleitungen künftig nur noch aus Bankmanagern bestünden. Schützenhilfe erhielt sie von den Grünen. «Wenn ein Schulleiter aus einer Bank kommt, und er kommt in der Schule nicht gut an, dann ist er rasch wieder draussen», sagte Esther Guyer (Zürich).

Für den Gegenvorschlag stimmten SP, GLP und EVP. An die Spitze einer Schule gehörten nicht Manager, sondern Männer und Frauen, «die etwas von der Sache verstehen», argumentierte Markus Späth (SP, Feuerthalen). Und Andreas Erdin (GLP, Uster) sagte, als Schulleiter eigne sich am besten, wer einige Jahre Unterrichtserfahrung mitbringe.