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Schmerzhafte Fussarthrose– was tun?

Ich (78) habe Arthrose im talo-navicular Gelenk, die mich stark einschränkt. Soll ich mich einer Versteifungsoperation unterziehen? Mit welchen Risiken wäre eine solche verbunden? H.F. aus M.

Dr. med. Manuel Peterhans Leiter Fuss-und Sprunggelenkschirurgie, Kantonsspital Aarau
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Die talo-navikuläre Versteifungsoperation, im Fachjargon Arthrodese genannt, stellt seit Jahrzehnten eine erfolgreiche Therapie der talo-navikulären Arthrosedar. Die Resultate sind gut, so wird in 75 bis 100 Prozent aller Fälle von Schmerzfreiheit nach Abschluss der Heilung berichtet. Zudem werden,trotz Verlust der Gelenksbeweglichkeit, hohe Zufriedenheitsraten erreicht.

In unserem Haus erfolgt nach der Operation eine Ruhigstellung für sechs bis acht Wochen. Danach kann meistens zur Mobilisation im Konfektionsschuhwerk übergegangen werden. Bis keine Gehbehinderung mehr besteht,vergehen in der Regel aber mindestens drei Monate. Die Nachbehandlung ist abgeschlossen, sobald die Knochen stabil zusammengeheilt sind.

Neben den allgemeinen Operationsrisiken besteht das Risiko einer verzögerten oder ausbleibenden Knochenheilung. Gemäss internationalen Studien beträgt dieses Risiko 0 bis 35 Prozent. Mit den Techniken, wie wir sie anwenden, liegt dieses Risiko über die letzten Jahre gesehen bei zirka 5 Prozent. Jede Gelenksversteifung führt dazu, dass die angrenzenden Gelenke stärkeren Belastungen ausgesetzt sind,da diese einen Teil des verlorenen Bewegungsumfanges kompensieren. Dies wiederum birgt das Risiko einer verfrühten Abnützung der angrenzenden Gelenke, was zu einer Anschlussarthrose mit entsprechenden Schmerzen der angrenzenden Gelenke führen kann. Eine solche Komplikation tritt, wenn überhaupt, in der Regel erst nach mehreren Jahren auf.

Grundsätzlich kann eine talo-naviculare Arthrodese auch in fortgeschrittenem Alter durchgeführt werden. Wie bei jedem operativen Eingriff muss aber der zu erwartende Nutzen gegenüber den Risiken sorgfältig abgewogen werden. Eine individuelle Beurteilung und Diskussion des Vorgehens zwischen Arzt und Patient sind in solchen Fällen unerlässlich.

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