Uitikon
Schliessung von Bahnübergängen sorgt für Unmut

Da eine Sicherung der SZU-Bahnübergänge meist zu teuer wäre, wurde jüngst einer geschlossen. Der nächste folgt voraussichtlich im Sommer. Anwohner stören sich daran, die Gemeinde sieht in diesen Massnahmen auch Positives.

Alex Rudolf
Drucken
Teilen
Schliessung von Bahnübergängen in Uitikon

Schliessung von Bahnübergängen in Uitikon

Suleika Baumgartner
Ansicht des Projekts.

Ansicht des Projekts.

zvg

Uitikon kommen langsam die Bahnübergänge abhanden. Bereits geschlossen wurde der Fussgängerübergang rund 80 Meter südöstlich der Haltestelle Uitikon Waldegg. Derjenige, der die Haltestelle mit dem Parkplatz Feldermoos verbindet, soll im kommenden Sommer geschlossen werden. Der Grund: Ungesicherte Bahnübergänge müssen gesichert oder geschlossen werden, so verlangt es die Eisenbahnverordnung des Bundes. Der Zeithorizont, der den Bahnbetreibern zu diesen Massnahmen zur Verfügung steht, wurde um ein Jahr verlängert. Neu sollen schweizweit alle Bahnübergänge ab Ende 2015 sicher sein.

Besonders an der Schliessung des Bahnübergangs direkt beim Bahnhof Uitikon Waldegg haben Anwohner keine Freude. Auf der Gemeindeverwaltung gingen bereits einige Beschwerden ein, wie Gemeindeschreiber Bruno Bauder auf Anfrage sagt. «In diesen Fällen müssen wir an die Betreiberin SZU verweisen, da sie die jeweiligen Arbeiten ausführen», sagt Bauder.

Laut SZU entsteht ein Mehrwert

Auch bei der SZU (Sihltal-Zürich-Üetliberg-Bahn) ist man sich bewusst, dass einige Uitiker mit den Schliessungen hadern, man müsse jedoch die Anforderungen des Bundesamtes für Verkehr umsetzen, heisst es auf Anfrage. «Beim vom Parkplatz ausgehenden Übergang entsteht mit der Schliessung jedoch ein Mehrwert für die Anwohner», sagt Armin Hehli, Direktor der SZU. Wer heute vom Parkplatz zur Haltestelle Uitikon Waldegg gelangen wolle, müsse das Bahngleis zweimal überqueren. Ist der heutige Übergang ab Sommer geschlossen, soll ein neuer Waldweg talseitig der Geleise eine direkte Verbindung schaffen.

Die Gemeinde begrüsst diese Lösung. «Dies erlaubt es Besuchern des Üetlibergs, ihr Fahrzeug im Feldermoos zu parkieren und dann über den Fussweg zur Bahnstation zu gelangen», so Bauder. So soll einerseits das Gebiet um die Haltestelle Ringlikon vom Verkehr entlastet werden. Andererseits verspricht man sich dadurch generell weniger Verkehrssünder, die das Üetliberg-Fahrverbot missachten. Damit der Fussweg jedoch als flankierende Massnahme fungieren könne, müsse er einen gewissen Ausbaustandard aufweisen. Bauder verweist darauf, dass der Weg gut beleuchtet und wintersicher sein müsse, da die Besucher sonst vornehmlich abends auf die Benutzung des Wegs verzichten würden. So schreibt die Exekutive in der neusten Ausgabe des Gemeindekuriers, dass man die SZU sowie Grün Stadt Zürich — der Weg liegt auf Zürcher Stadtgebiet — dazu ersucht habe, dies zu erreichen.

Geldfrage muss geklärt werden

Hehli will zu diesem Begehren der Gemeinde vorerst keine Stellung nehmen. Er verweist darauf, dass die Frage danach, wer diese zusätzlichen Wünsche bezahle, erst geklärt werden müsse.

Wie viele Uitiker Bahnübergänge entweder mit Sicherheitsmassnahmen wie Bahnschranken oder Lichtsignalen ausgerüstet, oder wie in diesen beiden Fällen geschlossen werden, will Hehli ebenfalls noch nicht kommunizieren: «Die Planungsgrundlagen sind derzeit beim Bund. Wir warten auf deren Genehmigung.» Für die Evaluation der Übergänge würden jedoch viele Kriterien in Betracht gezogen: Nutzerfrequenz, Zumutbarkeit der Distanz der Ausweichmöglichkeit und Sichtweite auf die Gleise, seien nur einige davon.

Von Bruno Bauder ist zu vernehmen, dass in Uitikon vier weitere Bahnübergänge zu sanieren seien. Diese vorgesehenen Projekte seien bewilligungsfähig und würden einer gesetzlichen Minimallösung entsprechen.