Knapper Entscheid
Schlieremer Reformierte bewahren ihre nächtlichen Glockenschläge

Die reformierte Kirchgemeindeversammlung in Schlieren stimmte gegen den Antrag der Kirchenpflege, das Zeitschlagen nachts abzuschalten. Die Voten betonten den Wert des Zeitschlagens als christliche Tradition.

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Reformierte Kirche Schlieren - Pfarrhaus (l.), alte Kirche (M.) und neue Kirche (r.).

Reformierte Kirche Schlieren - Pfarrhaus (l.), alte Kirche (M.) und neue Kirche (r.).

Suleika Baumgartner

Knapper hätte der Entscheid nicht sein können: Mit 21 zu 20 Stimmen lehnte die reformierte Kirchgemeindeversammlung einen Antrag der Kirchenpflege ab, mit dem sie die Läutordnung während der Nacht abändern wollte. Konkret ging es darum, dass die Glocken der reformierten Kirche zwischen 22 Uhr und 7 Uhr den viertelstündlichen Zeitschlag und den Stundenschlag aussetzen sollten (die Limmattaler Zeitung berichtete). Den Anstoss gab ein Schreiben von Anwohnern der Kirche, die sich in ihrer Nachtruhe durch die Glocken gestört fühlten. In der Debatte vor dem Entscheid waren die Befürworter des Antrags klar in der Minderheit.

Von den Stimmberechtigten bezog während der Versammlung vom Donnerstag einzig CVP-Gemeinderätin Heidemarie Busch eine klar befürwortende Position. Die meisten anderen Votanten sehen das Zeitschlagen als eine christliche Tradition, die schon seit Jahrhunderten besteht und die deshalb erhalten werden solle. Von den Anwohnern, die sich am Zeitschlagen gestört hatten, war niemand anwesend. (fni)

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