Wangen an der Aare
SBB baut höheren Perronabschnitt als der alte

Am Bahnhof wird der Perron verlängert, die SBB versäumen es aber, die Bauarbeiten zu nutzen und einen behindertengerechten Zugang zu gestalten.

Andrea Marthaler
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Für die neuen Flirtzüge wäre der Perron am Bahnhof Wangen an der Aare zu kurz.

Für die neuen Flirtzüge wäre der Perron am Bahnhof Wangen an der Aare zu kurz.

Der Mittelperron des Bahnhofs Wangen an der Aare soll verlängert werden. Ein entsprechendes Baugesuch der SBB liegt noch bis 7. Februar auf der Gemeindeverwaltung auf. Aktuell ist er lediglich 120 Meter lang. Das reicht zwar für die derzeit auf der Strecke verkehrenden Züge.

Nicht jedoch für Flirt-Züge, deren Kompositionen bis zu 150 Meter lang sind. Diese schneller beschleunigenden Züge wollen die SBB ab Dezember 2013 einsetzen. Dann muss der Perron eine Länge von 160 Metern aufweisen, 40 Meter länger als heute.

Zwei neue Haltestellen und längere Perrons

Die schnelleren Züge und damit auch die Perronverlängerung werden gemäss SBB-Mediensprecher Reto Kormann nötig, weil auf der Jurasüdfusslinie zwei neue Haltestellen geschaffen werden: «Solothurn Brühl» sowie «Biel Bözingenfeld».

Der Fahrplan soll trotz der zusätzlichen Haltestellen wie bisher eingehalten werden, was nur mit schnelleren Zügen geht. Zumindest in den Hauptverkehrszeiten sollen die Flirt-Züge zudem in Doppelkompositionen verkehren, womit sie die maximale Länge aufweisen. Neben dem Bahnhof von Wangen an der Aare müssen auch in Solothurn und Bettlach die Perrons leicht verlängert werden.

Bauarbeiten im Jahr 2013

Für die Verlängerung des Perrons rechnen die SBB mit Kosten von rund 375000 Franken. Darin eingerechnet ist neben der Verlängerung auch die Anpassung der Kabelanlage sowie zusätzliche Beleuchtung. Die Bauarbeiten sind derzeit für das zweite Quartal 2013 geplant, damit der Perron auf den Fahrplanwechsel 2013 bereit ist. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von rund sechs Wochen, wobei die meisten Arbeiten tagsüber erfolgen sollen. Lediglich während des Ein- und Ausbaus der Schotterhaltung sowie allenfalls dem Versetzen der Perronwinkel müssen Anwohner mit Arbeiten und Lärm in der Nacht bei gesperrtem Gleis rechnen.

Nicht behindertengerecht

Das neue Teilstück des Perrons wird höher als der bisherige, 55 statt 35 Zentimeter gemessen an der Schienenoberkante. Ausgeglichen wird der Höhenunterschied über eine Rampe. Da drängt sich die Frage auf, weshalb nicht gleich der gesamte Perron auf die neue Standardhöhe angepasst wird? An anderen Bahnhöfen wird just diese Arbeit durchgeführt. Erst dadurch wird das stufenlose Ein- und Aussteigen möglich. Menschen im Rollstuhl oder Eltern mit Kinderwagen können so einfacher einsteigen.

«Diesbezüglich stehen andere Bahnhöfe mit grösseren Reisendenzahlen als Wangen a/A im Vordergrund», sagt Kormann. Zumal auch die Bausubstanz des Perrons in Wangen noch gut sei. Nur die Perronkante zu erhöhen würde in Wangen auch nicht ausreichen. Denn der Bahnhof ist auch sonst nicht behindertengerecht. Der Zugang zum Perron ist lediglich über Treppen möglich. «Derzeit ist aber nichts geplant und somit auch nicht finanziert», so Kormann.