Regierungsratskandidaten im Gespräch
Samuel Schmid: «Müssen vom Links-Rechts-Denken abkommen»

Samuel Schmid (SLB) will Ideen unvoreingenommen prüfen und realisieren. Sein Ziel ist es, sich für die Aargauer einzusetzen, um eine gute zukünftige Lebensgrundlage zu schaffen.

Mathias Küng
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Sie bringen einen Krug mit, aus dem Sie Wasser in eine Schüssel giessen. Was sagen Sie uns damit?

Samuel Schmid: Wasser ist eine Lebensgrundlage und lebensnotwendig. Der Aargau ist ein Wasserkanton und die Lebensgrundlage für viele Menschen. Mit Wasser und unserem Kanton muss man sorgfältig umgehen. Gutes Wasser ist reines und klares Wasser. Gute Politik ist klare Politik, ohne undurchsichtigen Parteienhickhack. Wasser hat Kraft, es bewegt. Auch in der Aargauer Politik brauchen wir Bewegung und Kraft, um etwas zu bewegen.

Wasser kann bei Überschwemmungen aber auch zerstörerisch wirken.

Wenn Kraft falsch eingesetzt wird, wenn Wasser nicht mehr rein und sauber ist und es die richtigen Bahnen verlässt, wirkt es zerstörerisch. Das ist auch in der Politik so.

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Sie wollen in den Regierungsrat. Warum?

Ich will mich für die Aargauerinnen und Aargauer einsetzen. Damit Bevölkerung, Gewerbebetriebe und KMU auch in Zukunft eine Lebensgrundlage haben.

Das würden gewiss alle unterschreiben. Was würden Sie anders machen, um das Ziel zu erreichen?

Der Mensch soll wieder im Mittelpunkt stehen. Dafür muss man erst fragen, welches die Bedürfnisse der Aargauerinnen und Aargauer und ihre Probleme sind. Und dann muss man konkrete Lösungsvorschläge machen. Eine solche bieten wir mit unserer KMU-Initiative zur Arbeitsplatzförderung, für die wir derzeit Unterschriften sammeln.

Der Mensch im Mittelpunkt – auch das würde gewiss die ganze politische Konkurrenz unterschreiben. Tut sie es denn Ihres Erachtens nicht?

Fakt ist, dass wir uns durch ein Rechts-Links-Hickhack vielfach blockieren. Viele hören sich gegenseitig nicht einmal zu. Um solche Blockaden zu überwinden, müssen wir vom Links-Rechts-Denken abkommen. Wir müssen unvoreingenommen schauen, woher gute Ideen und Lösungen kommen und diese dann realisieren.

Sie wollen in ein Exekutivamt. Welche Führungserfahrung weisen Sie aus?

Ich leite seit langem zwei Aargauer KMU. Deshalb bin ich mit den Problemen, mit denen KMU herumkämpfen, auch sehr vertraut. Ich bringe Führungserfahrung von internationalen Hilfswerken mit, in denen ich den aargauischen, den schweizerischen und den weltweiten Kontext sehe. Auch von weiteren Tätigkeiten bringe ich Sozialkompetenz und Feinfühligkeit für die Anliegen der Menschen mit.

Die SLB hatte bei der Nationalratswahl 0,5 Prozent Wähleranteil. Sie sind klarer Aussenseiter. Glauben Sie an eine Wahl oder geht es eher um Bekanntheit, damit die SLB das Grossrats-Wahlquorum schafft?

Mit meiner Kandidatur will die SLB den Aargauerinnen und Aargauern eine Alternative bieten und eine Auswahl über die bisherigen Parteien hinaus ermöglichen. Und ich bringe einen ganz neuen Ansatz mit, nämlich das sozialliberale Denken, wo der Mensch mit Freiheit und Verantwortung im Mittelpunkt steht.

Ist das neu? CVP-Mann Reto Nause kam als Liberal-Sozialer in die Berner Stadtregierung.

Der sozialliberale Gedanke wurde schon vor 200 Jahren geboren. Insofern haben wir Berührungspunkte mit anderen Bewegungen. Wir unterscheiden uns, weil wir konsequent den Menschen in den Mittelpunkt stellen, auf Freiheit mit Verantwortung setzen und die Parteigrenzen sprengen. Wir sehen uns auch nicht als Partei, sondern als Bewegung.

Wo positioniert sich denn die SLB?

Wir sind weder links noch rechts, sondern eben offen für gute Ideen, wollen einander zuhören und vom ideologischen Kästchendenken wegkommen. Aus Gesprächen weiss ich, dass viele Menschen genau das suchen.

Gewählt wurden Sie 2009 für eine stark christlich geprägte Partei, die EDU. Entsprechende Hinweise vermisse ich in dem, was Sie sagen.

Die Sozial-Liberale Bewegung steht klar für die demokratischen, christlichen und humanitären Werte unseres Landes ein. Wir sind aber eine nichtreligiöse Bewegung. Wir machen keine Glaubens- oder religiöse Aussagen. Alle sind willkommen, bekennende Christen wie ich und ebenso Atheisten.

Bei Ihrer Wahl machte auch Furore, dass sie mit alt Bundesrat Samuel Schmid einen berühmten Namensvetter haben. Kennen Sie sich?

Ja, wir sind per Du miteinander. Wir kennen uns aus Samuel Schmids Zeit als VBS-Vorsteher. Ich bin ja Armeeseelsorger. Seither sind wir in Kontakt geblieben.

Bekommen Sie auch Post für ihn?

Viel seltener als früher. Vorab via E-Mail. Vielleicht auch, weil wir beide sehr ähnliche Websites haben.