Ratgeber Gesundheit
Safer Sex ist weiterhin ratsam

Wir haben letzthin unter Kollegen das Thema Aids diskutiert. Offensichtlich ist die früher tödlich verlaufende HIV-Infektion mittlerweile gut behandelbar. Wie wichtig sind heute noch Safer-Sex-Massnahmen?

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Gesundheit Aargau

Seit der Entdeckung hochwirksamer HIV-Medikamente Mitte der 1990er- Jahre kann das Virus durch eine tägliche Einnahme einer Kombination von ca.drei Wirkstoffen unterdrückt werden. Das heisst, dass das HI-Virus nicht mehr in den Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma) nachweisbar ist. Die so behandelten Personen sind nicht mehr infektiös und haben, optimale Behandlungsbedingungen vorausgesetzt, eine uneingeschränkte Lebenserwartung. Die T-Helfer- und andere weisse Blutzellen bleiben jedoch mit dem in einem Ruhezustand verharrenden Virus infiziert. Das heisst, das HI-Virus ist durch eine Behandlung nicht eliminierbar. Es kann nach Absetzen der Therapie wieder aktiv werden und die mit einer unbehandelten Infektion einhergehende Immunschwäche vorantreiben. Zusätzlich besteht auch bei behandelten Patienten eine – verglichen mit der Normbevölkerung – erhöhte Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumoren. Dafür verantwortlich dürfte eine chronische Entzündungsreaktion sein, die das HIV-Virus hervorruft. Durch Präventionsmassnahmen (Safer Sex) und die wirkungsvolle Behandlung konnte die Rate an neuen HIV-Infektionen in der Schweiz im Vergleich zu den 1990er-Jahren deutlich reduziert werden. Seit einigen Jahren werden jedoch konstant ca. 500 Personen pro Jahr neu mit dem HI-Virus infiziert. Zeitgleich wird eine Zunahme anderer Geschlechtskrankheiten (v. a. der Chlamydiose, Gonorrhoe und Syphilis) beobachtet. Man geht davon aus, dass die geringere Angst vor einer HIV-Infektion zu einem lockereren sexuellen Verhalten geführt hat, was die Verbreitung dieser Krankheiten begünstigt. Die Einhaltung von Safer-Sex-Regeln (strikter Kondomgebrauch ausserhalb von festen und treuen Beziehungen, kein Sperma oder Blut in den Mund) ist somit weiterhin ratsam. Frau / Mann muss sich ebenfalls bewusst sein, dass für eine Ansteckung mit anderen Geschlechtskrankheiten als HIV der Kontakt mit Genitalsekreten oder Speichel einer infizierten Person ausreicht. Es wird daher empfohlen, dass sich Personen mit einem Risikoverhalten (sexuelle Gelegenheitskontakte, multiple Sex-Partner/- innen, insbesondere bei Männern, die Sex mit Männern haben) auch bei fehlenden Symptomen auf eine Geschlechtskrankheit untersuchen lassen. Dies kann einfach beim Hausarzt durchgeführt werden