Schlieren
Sabine Ziegler: Die Coachin der Ökosiedlung wird ersetzt

Die Inhaber der Ökosiedlung «Futura» haben den Vertrag mit Sabine Ziegler nicht verlängert – ihre Aufgaben soll künftig ein Bewohner der «Futura»-Überbauung übernehmen.

Florian Niedermann
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Sabine Ziegler kümmerte sich ein Jahr lang um gemeinschaftsfördernde Massnahmen in der «Futura»-Siedlung. Nun wird sie ersetzt.

Sabine Ziegler kümmerte sich ein Jahr lang um gemeinschaftsfördernde Massnahmen in der «Futura»-Siedlung. Nun wird sie ersetzt.

Emanuel Per Freudiger

Die Ökosiedlung «Futura» an der Badenerstrasse in Schlieren und die umliegenden Strassenzüge verlieren ein bekanntes Gesicht: Die Siedlungscoachin Sabine Ziegler ist ihre Stelle los. Die frühere SP-Kantonsrätin war in der 2014 fertiggestellten Überbauung während des letztes Jahres nicht nur für Services wie das siedlungseigene Auto- und E-Bike-Sharing oder die Vermietung der Gästewohnung zuständig, sondern sie animierte die Bewohner auch zu gemeinsamen Aktivitäten und organisierte monatliche Kulturanlässe, die der ganzen Stadtbevölkerung offenstanden.

Ihr befristeter Arbeitsvertrag mit der Entwicklerin des Wohnbauprojekts, der französisch-schweizerischen HKA Finance, lief jedoch per Anfang April aus. Nun teilt die Inhaberin der «Futura»-Siedlung, die Next Immobilier in Lausanne, auf Anfrage mit, dass Ziegler künftig nur noch eine beratende Funktion übernehmen werde. Die Begründung: Die Coach-Stelle wolle man mit einer Person besetzen, die selbst in der nachhaltigen Überbauung wohne, heisst es in einer Stellungnahme.

Pflänzchen des Erfolgs aufgeben

Darauf angesprochen sagt Ziegler, dass sie es bedaure, die Projekte, die sie entwickelt habe, nicht weiterführen zu können. Neben Gemeinschaftsgärten und einem gemeinsamen regionalen Lebensmittel-Einkaufsystem organisierte die frühere SP-Kantonsrätin etwa monatliche Konzerte und Vorträge, die auch dem Rest der Schlieremer Bevölkerung offenstanden.

Daraus sind in den vergangenen Monaten kleine Pflänzchen des Erfolgs gewachsen, wie Ziegler sagt: «Das abgeben zu müssen, ist schade. Dazu kommt, dass mir die Bewohner der Siedlung während des letzten Jahres ans Herz gewachsen sind.»

Sie begrüsst aber, dass die Inhaber die gemeinschaftsfördernden Projekte weiterführen wollen. Denn die soziale Verdichtung sei nebst der räumlichen Dichte wichtig für erfolgreiches Zusammenleben, so Ziegler. Und bis eine funktionierende und sich selbstständig entwickelnde Gemeinschaft aufgebaut ist, dauere es in der Theorie rund drei Jahre.

Die Ex-Coachin erachtet es für die soziale Entwicklung der Siedlung daher als zentral, welche Aufgaben die Next Immobilier ihrem Nachfolger oder ihrer Nachfolgerin zugesteht – ob die Förderung der Gemeinschaft weiterhin ausreichend Platz zugesprochen erhält, oder ob der Coach «mehr oder weniger nur für die Schlüsselübergaben zuständig» ist.

Gemäss Stellungnahme hat die Next Immobilier noch kein detailliertes Aufgabenheft für den zukünftigen Coach festgelegt. Lediglich die Eckdaten stünden fest, heisst es darin: «Das Arbeitspensum beträgt in etwa 30 Prozent. Das Ziel ist es, dass die Coachin oder der Coach jeweils während zweier Stunden pro Tag für die Nachbarn vor Ort erreichbar ist.» Monatliche kulturelle Veranstaltungen wie bisher seien aber nicht mehr vorgesehen. Wie hoch der Lohn für diese Stelle ist, wollte die Next Immobilier nicht angeben.

Seit rund zwei Wochen läuft bereits die Bewerbungsphase für die Stelle. Bisher haben sich drei Personen beworben. Die Firma Halter AG, welche die Rekrutierung des neuen Coachs übernimmt und in der Übergangszeit die verschiedenen Sonderservices in der Futura-Siedlung aufrechterhält, sagt, dass weiterhin Bewerbungen entgegengenommen würden. Ziel ist es laut Next Immobilier, auf 1. Juni wieder einen Coach oder eine Coachin für die Futura-Siedlung bereitstellen zu können.

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