Roggwil/Sursee
Roggwiler Hirnzentrum kommt nochmals vors Volk

Der Bau des schweizweit ersten Pflegezentrums für hirnverletzte Menschen lässt auf sich warten: Der Gemeinderat von Roggwil hat beschlossen, das Geschäft nochmals vors Volk zu bringen. Das Hirnzentrum dürfte somit kaum vor Anfang 2013 eröffnet werden.

Drucken
Teilen
In Roggwil soll ein Zentrum für Menschen mit geistiger Behinderung entstehen

In Roggwil soll ein Zentrum für Menschen mit geistiger Behinderung entstehen

Keystone

Vor Jahresfrist hatte die Stiftung pro integral das Baugesuch für das 65-Millionen-Projekt eingereicht. Die Verantwortlichen gingen damals davon aus, dass das Zentrum für rund 70 Hirnverletzte im Frühling 2012 bereitstehen dürfte.

Daraus wird nichts, wie Stiftungsratspräsident Michel Bätscher am Montag auf Anfrage einräumte. Zunächst wird die Gemeindeversammlung über eine Änderung des Baureglements befinden müssen - voraussichtlich im Lauf dieses Jahres. Die Bauzeit selber dauert dann noch 18 bis 20 Monate.

Einsprache wegen Gebäudehöhe

Zwar haben die Stimmberechtigten bereits 2008 der nötigen Umzonung zugestimmt. Doch gegen das Baugesuch ist nach wie vor eine Einsprache wegen der Gebäudehöhe hängig. Tatsächlich plane man nun ein etwas höheres Gebäude als 2008 in Aussicht gestellt, sagte Bätscher.

Um die Pläne zonenkonform zu machen, solle nun das Baureglement angepasst werden. Dazu will der Gemeinderat das Ja der Gemeindeversammlung einholen, ehe er die Reglementsänderung dem Kanton unterbreitet.

Gemeinderat will kein Enteignungs-Verfahren

Die Einsprache gegen das Baugesuch stammt von einem Bauern, der Land für das Hirnzentrum zur Verfügung stellen soll. Anders als neun weitere Grundeigentümer weigert er sich bislang, dem Landverkauf zuzustimmen.

Der Gemeinderat möchte ein Enteignungsverfahren unbedingt verhindern, wie er in der neusten Ausgabe der Dorfzeitung beteuert. Die Verhandlungen seien «weiterhin offen», nähere Angaben würden vorderhand nicht gemacht.