Regionalgericht
Richterin Carole Sutter gewinnt Ausmarchung

Carole Sutter wurde gestern vom Grossen Rat im ersten Wahlgang als Gerichtspräsidentin ans Regionalgericht Emmental-Oberaargau gewählt. Zur Freude der BDP.

Bruno Utz
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Richterin Carole Sutter. uz

Richterin Carole Sutter. uz

Solothurner Zeitung

Die Wahl des BDP-nahen Fritz Aebi ans Obergericht vom vergangenen April hinterliess am Regionalgericht Emmental-Oberaargau eine Vakanz. Diese hatte der Grosse Rat gestern zu füllen. Zur Auswahl standen drei Personen.

Die SVP – sie ist an den Regionalgerichten aufgrund ihrer Fraktionsstärke untervertreten – unterstützte die Stadtbernerin Sonja Koch. Die GLP warb um Unterstützung für Walter Mäder aus Burgdorf. Mäder wolle von der Bundesanwaltschaft «mit ihren kilometerlangen Aktenbergen» zurück zu den Leuten, erklärt Grossrätin Franziska Schöni (GLP/Bremgarten) die absehbare Zäsur in dessen Karriere. Die GLP sei bereit, Mäder an ihr Kontingent anzurechnen. «In einem Gespräch hat er uns zugesichert, er stehe der GLP nahe, erachte es jedoch als nicht opportun, jetzt aufgrund seiner Kandidatur der Partei beizutreten.» Schliesslich hatte sich noch Carole Sutter (BDP) um die vakante Stelle beworben.

Ganz neu ist für sie der Arbeitsort Aarwangen allerdings nicht: Seit Januar 2008 ist sie dort nämlich Gerichtsschreiberin. Und nachdem Fritz Aebi seine Stelle am Obergericht angetreten hat, ist Sutter als ausserordentliche Gerichtspräsidentin tätig. Die FDP-Fraktion unterstütze je zur Hälfte eine der beiden Frauen, kündigte deren Sprecherin Katrin Zumstein (Bützberg) an. Der Grossteil der SP schreibe den Namen Carole Sutter auf den Wahlzettel, kündigte Fraktionspräsidentin Margreth Schär (Lyss) an.

Damit war der Mist geführt, die Frage war einzig noch, schafft es Sutter bereits im ersten Wahlgang. Und das war der Fall. Bei einem absoluten Mehr von 69 Stimmen erhielt Sutter deren 72. Auf die Kandidatin der SVP, Sonja Koch, entfielen 40 Stimmen und auf Walter Mäder deren 24. Sie sei glücklich, meinte Sutter zu ihrem Wahlerfolg auf Anhieb. «Das Schloss Aarwangen ist als Arbeitsort speziell, das Team in Aarwangen hervorragend.» Eine private Züglete stehe jedoch nicht bevor, sagte die ledige Aarbergerin (36). Sie erinnerte, dass die Aussenstelle Aarwangen wie geplant im April 2012 aufgegeben und das Regionalgericht Emmental-Oberaargau in Burgdorf zentralisiert werde. «Dann wird mein Arbeitsweg ohnehin kürzer.»

«Die BDP gewinnt derzeit jede Wahl», kommentierte Fraktionspräsident Dieter Widmer (Wanzwil) genüsslich das jüngste Resultat.

Das war bei der ebenfalls gestern erfolgten Wahl von Daniel Gerber (SVP/Konolfingen) als Ersatzmitglied ans Obergericht nicht der Fall. Doch Gerber (121 Stimmen) war nach dem kurzfristigen Rückzug von Roland Richner (SVP/Langenthal) einziger Kandidat.

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