Regionalspital
Regionalspital will 14 Prozent sparen

Um die Kosten kurzfristig zu senken, werden Notfallrettung und Operationszeiten an den Standorten Burgdorf und Langnau besser koordiniert. Mittelfristig müssen alle Ausgaben um 14 Prozent sinken.

Samuel Thomi
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2012 tritt schweizweit eine neue, einheitliche Spitalfinanzierung in Kraft: Spitäler werden ab da mit Fallpauschalen entschädigt und somit zu mehr unternehmerischem Handeln gezwungen. Um sich auf die geänderten Rahmenbedingungen vorzubereiten, verpasst sich die Regionalspital Emmental AG (RSE) mit den Standorten Burgdorf und Langnau eine neue Organisationsstruktur. Namentlich führt sie eine sechsköpfige Geschäftsleitung ein (bisher 14 Personen); alle Chefärzte sind neu in einer erweiterten Geschäftsleitung vertreten.

Mit dieser «schlankeren Führungsstruktur», so Bruno Haudenschild, der Vorsitzende der RSE-Geschäftsleitung, sei das Spital «organisatorisch für die Zukunft gerüstet». Laut Mitteilung soll der Betrieb so «schneller und effizienter auf die sich rasch ändernden Rahmenbedingungen reagieren können».

Sparprogramm in Erarbeitung

Zudem würden die Chefärzte beauftragt, projektbezogen an beiden Standorten die neuen Strukturen zu erarbeiten und diese dann auch umzusetzen. Konkret: Optimierungspotenzial sieht Haudenschild vorab in einem neu einzuführenden interdisziplinären Operations- und Patientenmanagement. Namentlich die «Notfallrettung und Operationszeiten können noch besser koordiniert werden», seien diese doch einer der grössten Kostentreiber der RSE AG. Und: In Langnau, wo bereits eingeschränkte Operationszeiten gelten würden, müssten diese nun «noch konsequenter durchgesetzt» werden.

Doch alleine damit können die vergleichsweise hohen Kosten der RSE AG noch nicht genügend gesenkt werden: «Wir arbeiten derzeit ein mittelfristiges Kostensenkungsprogramm aus», so Haudenschild. «In den nächsten fünf Jahren müssen wir 14 Prozent einsparen.» Zu Details wollte er sich noch nicht äussern; aufgrund der hohen Fluktuation sei aber – wie etwa auch beim kürzlich angekündigten Abbau von 124 Stellen am Berner Inselspital (wir berichteten) – nicht mit einem Stellenabbau zu rechnen. Klar sei aber, dass es künftig weniger Personal geben werde: «Im Gesundheitswesen sind Personalausgaben nun mal die grössten Fixkosten.»