Coop
Regionale Verteilzentrale schliesst: 100 Stellen gehen nach Schafisheim

Mit der Zusammenlegung der regionalen Logistik im Aargau kommt es in Dietikon zu einem Stellenabbau.

Tobias Hänni
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Von der Verteilzentrale des Coop in Dietikon werden ab Herbst 2017 sämtliche Pronto-Shops in der Schweiz beliefert.

Von der Verteilzentrale des Coop in Dietikon werden ab Herbst 2017 sämtliche Pronto-Shops in der Schweiz beliefert.

Tobias Hänni

Bis Ende Jahr schliesst Coop seine regionale Verteilzentrale in Dietikon. Der bisher für die Belieferung der Verkaufsregion Nordwestschweiz-Zentralschweiz-Zürich zuständige Standort im Gewerbegebiet Silbern wird ins aargauische Schafisheim verlegt. Das dortige Verteilzentrum wurde in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut. Wie Urs Meier, Mediensprecher des Detailhändlers, auf Anfrage sagt, wird die Belieferung der Supermärkte, die bislang von Dietikon aus erfolgte, ab Juni schrittweise nach Schafisheim verlegt. «Bis Ende Jahr wird der Betrieb in fünf Tranchen verschoben», sagt Meier.

Kein Mehrverkehr erwartet

Mit der Zusammenlegung der Logistik im Aargau wird das Dietiker Verteilzentrum allerdings nicht aufgelöst, sondern von Coop neu genutzt. «Die Liegenschaft in Dietikon dient künftig als nationale Verteilzentrale für die Coop-Pronto-Shops», sagt Meier. Diese sollen ab Herbst 2017 vom Limmattal aus beliefert werden. Ausserdem werden von hier künftig die Supermärkte in der Region Zürich, Nordwest- und Zentralschweiz mit Aktionsprodukten versorgt. Die Neunutzung verursacht laut Meier keinen Mehrverkehr auf den Strassen in der Region. «Da es vermehrt zu Bahn-Transporten kommen wird, gehen wir eher vom Gegenteil aus.» Damit das Verteilzentrum für die Belieferung der Pronto-Shops genutzt werden kann, muss es zunächst umgebaut werden, wie Meier sagt. Die Kosten des Umbaus, mit dem nach dem Umzug der derzeitigen Nutzung begonnen wird, seien aber marginal, «da keine grossen Anpassungen notwendig sind.»

60 000 Tonnen Brot pro Jahr

Grösste private Baustelle der Schweiz, grösste Bäckerei und Konditorei des Landes, ein Gebäudevolumen, das 1000 Einfamilienhäusern entspricht: Mit dem Ausbau im aargauischen Schafisheim hat Coop ein neues Verteilzentrum mit riesigen Ausmassen geschaffen. Von hier wird künftig das Gebiet von Basel über Zürich bis und mit Zentralschweiz zentral beliefert, und damit 40 Prozent aller Coop-Supermärkte in der Schweiz. Das führt in Schafisheim zu deutlich mehr Verkehr: Waren es bisher täglich 92 Lastwagen, die von hier aus die Läden belieferten, werden es künftig 210 sein. Coop plant jedoch, den Transport noch stärker auf die Schiene zu verlagern.
Nach vierjähriger Bauzeit wird der Betrieb in Schafisheim nun schrittweise aufgebaut. Bereits seit März werden die ersten Brote in der neuen Coop-Grossbäckerei gebacken und Tiefkühl-Teiglinge hergestellt. Künftig werden von hier aus jedes Jahr 60 000 Tonnen Brot und Backwaren produziert und in die Coop-Läden in der gesamten Schweiz geliefert. Im August folgt die Inbetriebnahme der Tiefkühlzentrale, die ebenfalls national ausgerichtet ist und Filialen im ganzen Land mit Tiefgefrorenem versorgt. Dereinst werden 1900 Personen im neuen Zentrum arbeiten, in das Coop 600 Millionen Franken investiert hat. Mit der Zentralisierung erhofft sich der Grosshändler Einsparungen von
60 Millionen Franken pro Jahr. (HAE)

Mit der Zusammenlegung im Aargau gehen in der Logistikabteilung am Dietiker Standort rund 100 von 400 Stellen verloren. Das sind deutlich weniger, als 2010 bei der Bekanntmachung der Ausbaupläne in Schafisheim angekündigt wurde: Damals sprach Coop von 250 Stellen, die von Dietikon in den Aargau verschoben werden. Man habe allen Angestellten in der Dietiker Verteilzentrale eine neue Stelle in Schafisheim oder im künftigen Pronto-Shop-Zentrum angeboten, sagt Meier. «Bisher hat kein Mitarbeitender das Angebot abgelehnt.»
50 Millionen investiert

Dass die Zentrale in Dietikon nicht endgültig aufgelöst wird, macht angesichts der Investitionen, die Coop hier erst vor wenigen Jahren getätigt hat, Sinn. 2007 übernahm der Grossverteiler die Liegenschaft von der Howeg und Prodega und baute sie für rund 50 Millionen Franken um. Der neue Standort mit einer Lagerfläche von 35 000 Quadratmetern löste damals zwei alte Zentren in Kriens (LU) und Zürich ab. Neben der Logistik ist derzeit auch die Verwaltung der regionalen Verteilzentrale hier ansässig.