Reformierte
Reformierte Kirchgemeinden im Kanton sollen enger zusammenarbeiten

Die rund 180 Kirchgemeinden rücken im Rahmen des Projekts "KirchGemeindePlus" näher zusammen. Die Reformierte Kirche trägt so den neuen gesellschaftlichen Anforderungen Rechnung.

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Die Reformierten Kirchgemeinden sollen enger zusammenarbeiten

Die Reformierten Kirchgemeinden sollen enger zusammenarbeiten

Kirchenrat und Synode - Exekutive und Legislative der reformierten Kirche Kanton Zürich - streben nun eine tiefgreifende Strukturänderung an. Das Projekt "KirchGemeindePlus" startete letzten Herbst mit der Vorbereitungsphase, die jetzt abgeschlossen ist. Die heute rund 180 Kirchgemeinden im Kanton sollen sich zu deutlich weniger aber grösseren Einheiten zusammenschliessen.

Anspruchsvolle Veränderungen

Künftig bräuchte dann nicht mehr jede einzelne Gemeinde eine Kirchenpflege und eine Verwaltung mit entsprechendem Personal, mehrere Pfarrpersonen könnten unterschiedliche Bevölkerungskreise ansprechen, die vorhandenen Kirchengebäude können für entsprechend verschiedene Angebote genutzt werden, die Diakonie - also die kirchliche Sozialarbeit - wäre breiter abgestützt.Dies würde den Gemeinden möglich machen, ihre immer anspruchsvoller werdenden gesellschaftlichen Aufgaben weiter oder noch vermehrt zu leisten, sagte Müller. Dazu habe der Kirchenrat letztes Jahr das Diakoniekonzept herausgegeben.

Bis 2018 neue Strukturen

Der Strukturwandel soll in den nächsten Jahren realisiert werden. Ziel ist es zu erreichen, dass auf die Legislatur 2018-2022 hin bereits die Behörden für die neu strukturierten Gemeinden bestellt werden können, so Müller.

Ob die "Reformation" - also die Umgestaltung - wirklich nach diesem Plan abläuft, ist offen. Die Veränderungen sollen nämlich nicht von oben herab diktiert werden, betonte der Kirchenratspräsident. Der Kirchenrat setze Eckpunkte und ein Ziel. Alles andere solle von der Basis kommen: Von Mitarbeitenden, Behörden und Gemeindemitgliedern. Denn nur mitentwickelte Strukturen würden auch wirklich gelebt.

Umsetzung in fünf Phasen

Die Umgestaltung ist in fünf Phasen unterteilt. Nach der nun abgeschlossenen Vorbereitung folgen Diskussionen über die inhaltliche Entwicklung und Ausgestaltung des Projekts, die Entwicklung von Konzeptionen für die Zusammenarbeit und das Konkretisieren von Zusammenschlüssen. Nach Möglichkeit soll die Synode im Frühling 2017 über ein Gesamtpaket befinden.

Für die Diskussion sind sechs Regionalkonferenzen vorgesehen - die erste am kommenden Montag (8. April). Aber auch via Internet-Plattform und Social Medias soll die Debatte laufen.

Umstrukturierungen wie sie jetzt im Kanton Zürich angegangen wurden, sind auch in vielen anderen Kantonen geplant, am Laufen oder - etwa im Kanton Glarus - schon vollzogen, wie Müller sagte. Eine ideale Gemeindegrösse gebe es im übrigen nicht, das komme ganz auf die jeweiligen Umstände und Bedingungen an.