Ausbildung
Projekt Netz2 erhöht Berufschancen für Jugendliche

Mit dem Projekt Netz2 unterstützt der Kanton Zürich Jugendliche in einer schwierigen Lebenssituation beim Einstieg ins Berufsleben. Knapp zweieinhalb Jahre nach der Lancierung zieht die Bildungsdirektion eine positive Zwischenbilanz.

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Eine junge Arbeitslose auf dem RAV (Archiv/Symbolbild)

Eine junge Arbeitslose auf dem RAV (Archiv/Symbolbild)

Keystone

Das Case Management Berufsbildung Netz2 ist noch im Aufbau. Es bietet keine neuen Angebote, sondern vernetzt und koordiniert bestehende. Die Case Manager fungieren dabei als Lotsen, die die Jugendlichen jahrelang begleiten können. Dieser Einsatz für die «kleine, aber besonders belastete Gruppe» lohne sich, sagte Bildungsdirektorin Regine Aeppli am Freitag.

Schätzungen gehen davon aus, dass im Kanton Zürich pro Jahr 1000 bis 1500 Jugendliche und junge Erwachsene keinen qualifizierten Abschluss auf Sekundarstufe II erreichen. 500 bis 1000 Jugendliche gehören dabei zur Zielgruppe von Netz2.

Jugendliche mit Mehrfachproblematik

Netz2 wendet sich an Jugendliche, die mit verschiedenen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, beispielsweise in der Schule und in der Familie. Häufig kommen dazu gesundheitliche und finanzielle Probleme. Ziel ist es, diese Jugendlichen frühzeitig zu erkennen und zu begleiten.

Die Basis für das Case Management Berufsbildung hat der Bund gelegt, der auch die Anschubfinanzierung leistet. 2015 läuft diese aus. Ziel ist es, den Anteil der Jugendlichen, die einen Abschluss auf Sekundarstufe II erreichen, von 90 auf 95 Prozent zu erhöhen.

Jugendliche früher erfassen

Eine bei der Berner Fachhochschule für Soziale Arbeit in Auftrag gegebene Studie kommt nun in einem Zwischenbericht zum Schluss, dass das im März 2010 lancierte Netz2 «das Zielpublikum erreicht».

Demnach liess sich bei einem Drittel der Jugendlichen nach sechs Monaten eine positive Veränderung beobachten. So gelang es, sie etwa von der Strasse weg in ein Programm, eine Schule oder ein Praktikum zu holen.

Ein weiteres Drittel konnte die eigene Situation stabilisieren. So traten die Betroffenen beispielsweise von der obligatorischen Schule in ein Berufsvorbereitungsjahr über. Im letzten Drittel konnte keine Veränderung festgestellt werden.

Zurzeit gibt es im Kanton acht Case Manager. Bislang haben sich 270 Jugendliche und junge Erwachsene angemeldet, 180 nehmen am Programm teil. In einzelnen Bezirken gibt es eine Warteliste.

Der Zwischenbericht empfiehlt, die Anzahl der Teilnehmenden zu steigern und die Zahl der Case Manager aufzustocken. Ausserdem sollten die Betroffenen früher erfasst werden. Der Schlussbericht soll 2014 erscheinen.