Abstimmung
«Prima»-Initiative: Ja zum Gegenvorschlag ist «Ei des Columbus»

Eine überparteiliche Allianz aus FDP, CVP, Schulgemeinden und dem Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband setzt sich für ein Ja zum Gegenvorschlag zur «prima»-Initiative ein. Dieses Ja sei das «Ei des Columbus».

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Derzeit wird die Grundstufe von 27 Gemeinden ausprobiert.

Derzeit wird die Grundstufe von 27 Gemeinden ausprobiert.

Keystone

Die Umsetzungsvorlage zur prima-Initiative, die eine flächendeckende Einführung der Grundstufe verlangt, lehnt die Allianz ab. Die Abstimmung findet am 25. November statt.

Die überparteiliche Allianz ist überzeugt, dass es sowohl die Grundstufe als auch den Kindergarten braucht. Der Gegenvorschlag garantiere den Erhalt beider bewährter Modelle anstatt sie gegeneinander auszuspielen, sagte FDP-Fraktionspräsident Thomas Vogel am Dienstag vor den Medien in Zürich.

Dieses Sowohl-als-Auch sei zwar «nicht die mutigste, aber die intelligenteste Lösung». Mit den Extremvarianten (nur Grundstufe oder nur Kindergarten) sei niemandem gedient - schon gar nicht den Kindern.

Mit dem Ja zum Gegenvorschlag habe man das «Ei des Columbus» gefunden, sagte Vogel weiter. Leider sei dieses Ei in dem gehässig geführten und polarisierenden Abstimmungskampf «zwischen alle Stühle gefallen».

Gemeinden möchten Wahlfreiheit

Der pragmatische Gegenvorschlag erlaube es den Gemeinden, sich entweder für die Grundstufe oder für den Kindergarten auszusprechen oder sogar für ein Nebeneinander von beiden Modellen, sagte CVP-Kantonsrätin Corinne Thomet-Bürki. Diese Wahlfreiheit entspreche einem echten Bedürfnis der Gemeinden.

Auch für die Lehrerinnen und Lehrer sei der Gegenvorschlag die beste Lösung, sagte Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes. Schulentwicklungen müssten von der Basis getragen werden. Mit einem Ja zum Gegenvorschlag könne dann jede Gemeinde darüber diskutieren, welche Schule sie wolle.

Das Modell Grundstufe wird seit 2004 in 27 Zürcher Gemeinden als Schulversuch praktiziert. Es umfasst die beiden Kindergartenjahre und das erste Jahr der Primarschule. Die Kinder werden in altersdurchmischten Gruppen unterrichtet. Je nach Entwicklungs- und Leistungsstand bleiben sie zwei bis vier Jahre in der Grundstufe.