Porsche ist gut unterwegs

KMU-Chefs lösen in der Schweiz zunehmend die Banker als typische Kunden ab.

SaW Redaktion
Drucken
Teilen
Standesgemäss? Ein Porsche im Genfer Bankenquartier an der Rue de Hesse. Foto: KEYSTONE

Standesgemäss? Ein Porsche im Genfer Bankenquartier an der Rue de Hesse. Foto: KEYSTONE

Schweiz am Wochenende

Die Porsche-Händler haben Grund zur Freude: Die deutschen Sportwagen verkaufen sich in der Schweiz so gut wie noch nie. Gemäss der Statistik des Verbands Auto Schweiz wurden bis Ende Juli mit 1527 Wagen 2,5 Prozent mehr Autos neu immatrikuliert als zur gleichen Zeit im Jahr zuvor. Und 2012 war mit insgesamt 2310 neu registrierten Sportwagen bereits ein klares Rekordjahr.
«Wir hatten ein sehr gutes erstes Halbjahr», berichtet auch Adriano Rossi, Geschäftsführer zweier Porsche-Garagen im Raum Zürich. Es seien «Bubenträume» wie der Carrera, die sich gut verkaufen liessen, sagt Rossi. Christiane Lesmeier vom offiziellen Importeur Porsche Schweiz verweist daneben auf den Offroader Cayenne, der gut nachgefragt werde. Im internationalen Vergleich liefen hierzulande vor allem die sportlicheren Modelle überdurchschnittlich gut, sagt die Sprecherin.
Mit den guten Zahlen ist Porsche eine der Marken, die derzeit dem rückläufigen Branchentrend widerstehen kann. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres wurden nämlich rund 10 Prozent weniger Autos angemeldet. Deutlich zulegen konnte unter den grossen Marken vor allem noch BMW.
Porsche ist schon fast ein Konjunkturbarometer, wie die Statistik zeigt: Einen Einbruch verzeichnete die Marke zu Beginn der Finanzkrise. 2010 fing sie sich wieder. Sicher hätten auch die Boni einen Einfluss, wann sich Kunden «bestimmter Berufsgruppen» ein Fahrzeug leisteten, stellt Sprecherin Lesmeier fest.
Der Porsche, das vom Bonus bezahlte Spielzeug der Banker? Dieses Klischee wollen die Händler nicht gelten lassen. Oder nicht mehr. «Bis vor vier oder fünf Jahren war das sicher noch so», sagt Rossi. Seither habe sich die Kundschaft deutlich gewandelt. «Es gibt weniger Banker unter unseren Kunden und dafür mehr KMU-Chefs und Unternehmer.» Der Porsche sei «politisch korrekter» geworden, findet Rossi. Ob er da noch als Bubentraum taugt?
Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!

Aktuelle Nachrichten