Zürich
Polizisten dürfen sich wieder unter falschem Namen in Chats einloggen

Zürcher Polizisten dürfen sich künftig wieder unter falschem Namen in Chats einloggen, um Pädophile anzulocken und aus dem Verkehr zu ziehen. Der Kantonsrat äusserte sich in der ersten Lesung der Revision des Polizeigesetzes am Montag positiv.

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Um Pädosexuellen auf die Schliche zu kommen, dürfen sich die Zürcher Polizisten unter falschem Namen in Chats einloggen.

Um Pädosexuellen auf die Schliche zu kommen, dürfen sich die Zürcher Polizisten unter falschem Namen in Chats einloggen.

Keystone

Diese Form der Verbrechensprävention war seit Januar 2011 nicht mehr möglich. Die neue Schweizerische Strafprozessordnung, die zu diesem Zeitpunkt in Kraft trat, erlaubte Polizisten nur noch bei konkretem Tatverdacht, sich in einem Chat etwa als «Lolita_14» auszugeben und sich mutmasslichen Pädosexuellen zu nähern.

Nötig waren für solch verdeckten Ermittlungen ausserdem die Genehmigung von Staatsanwalt und Richter. Mit dem überarbeiteten Gesetz soll diese Form der Verbrechensprävention - mit klaren Regeln - wieder möglich sein, auch etwa für Drogen-Scheinkäufe oder die Kontaktaufnahme zu Hehlern und Menschenhändlern. Die zweite Lesung mit Schlussabstimmung findet voraussichtlich am 5. November statt.