Lohnrunde 2013
Personalverbände wollen 150 Franken mehr für alle

Personalverbände und Gewerkschaften fordern vom Zürcher Regierungsrat ein Ende des Sparregimes bei den Löhnen. In ihrer Eingabe an Finanzdirektorin Ursula Gut verlangen sie 150 Franken pro Monat mehr für alle sowie Verbesserungen für Schichtarbeitende.

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Die Zürcher Personalverbände wollen 150 Franken mehr für alle (Symbolbild)

Die Zürcher Personalverbände wollen 150 Franken mehr für alle (Symbolbild)

Keystone

Das Lohncontrolling des Regierungsrates zeige, dass individuelle Lohnerhöhungen auf Kosten der unteren Lohnklassen und der Frauen gehen, schreibt die Verhandlungsgemeinschaft in einer Mitteilung vom Donnerstag. Sie fordert deshalb «gleiche Lohnerhöhung für alle statt individuelle, intransparente Lohnerhöhungen für wenige».

Ein «zentrales Anliegen» seien zudem bessere Rahmenbedingungen für all jene, die rund um die Uhr im Einsatz stehen. Darunter fallen etwa Angestellte in den Spitälern, in Psychiatrien oder beim Strassenbau.

So sollen die Erschwerniszulagen von 5,25 auf 10 Franken und die Entschädigung für ausserbetrieblichen Pikettdienst von 2,75 auf 3,50 Franken pro Stunden erhöht werden. Überdies sollen die 20 Prozent Zeitgutschrift für Nachtdienste ab erster Arbeitsstunde und nicht erst bei einer Mindestdauer von 8 Stunden gewährt werden.

Seit 1999 nicht mehr angepasst

Laut der Verhandlungsgemeinschaft wurden die Entschädigungen für Erschwerniszulagen seit 1999 nicht mehr der Teuerung angepasst. Das sei «abolut stossend». Die geforderte Erhöhung falle kostenmässig fast nicht ins Gewicht. Insbesondere im Gesundheitswesen könne die Erhöhung der Zulagen aber ein Beitrag gegen den sich verschärfenden Personalmangel sein.

Schliesslich fordert die Verhandlungsgemeinschaft einen Mindestlohn von 4000 Franken. Eine Ablehnung dieser Forderung könne höchstens noch ideologisch, aber nicht sachlich begründet werden, heisst es in der Mitteilung. Nachdem Dienstleistungsbereiche systematisch privatisiert worden seien, gebe es beim Kanton kaum noch Angestellte, die weniger als 4000 Franken verdienten.

Weit von der Position der Regierung entfernt

Laut den Personalverbänden sind die Lohnforderungen moderater als im vergangenen Jahr und würden eine Saldoverschlechterung bei den Personalkosten von höchstens 0,8 bis 1,5 Prozent verursachen. Dennoch seien diese noch weit weg von den Vorstellungen des Regierungsrates.

Gemäss dem jüngsten Beschluss wolle die Regierung statt der im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) vorgesehenen 0,9 Prozent nur noch mit 0,4 Prozent Lohnerhöhungen und bei den Einmalzulagen statt mit 0,4 nur mit 0,2 Prozent planen.

Wenn der Regierungsrat nicht vom Rückwärts- in den Vorwärtsgang schalte, drohe dem Personal wegen der Sanierungsbeiträge an die Pensionskasse BVK ab 2013 ein «empfindlicher Lohnabbau», schreibt die Verhandlungsgemeinschaft. Zu ihr gehören VPOD, KV Zürich, Syna, AvenirSozial sowie der Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK).