Aarwangen/Oberburg
Ortsdurchfahrten: Geld stünde bereit – nun fehlen Projekte

Zwar sprach der Kanton letzten Herbst einen Extra-Kredit für vorgezogene Arbeiten zur Sanierung der Ortsdurchfahrten. Nun aber mangelt es an spruchreifen Projekten.

Samuel Thomi
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Die Bauarbeiten an den Langenthalstrasse in Aarwangen (Archiv; Foto: iba)

Die Bauarbeiten an den Langenthalstrasse in Aarwangen (Archiv; Foto: iba)

Solothurner Zeitung

Es war ein Zückerchen für alle Oberaargauer und Emmentaler Zubringer-Turbos und deren verkehrsgeplagten Anwohner: Da die vorberatende Kommission des Nationalrates ein weiteres Mal den Entscheid über die Unterstützung der Wirtschaftsstrasse Oberaargau und der Emmentalzufahrt auf die lange Bank schob, versprach der Kanton 9 Millionen Franken aus dem Fonds für Investitionsspitzen für die Planungsarbeiten der nächsten drei Jahre. Zusätzliche 3 Millionen sollten für vorgezogene Sanierungsarbeiten der Ortsdurchfahrt Aarwangen und 6 Millionen für Oberburg investiert werden. Konkrete Projekte sollten diesen Sommer vorliegen, hiess es.

Erneute Opposition der Anwohner

Ein mögliches Projekt zur Unterstützung – obwohl vom Kanton nicht favorisiert worden – war die Fussgängerbrücke über die Langenthalstrasse. Aarwangens Gemeindeversammlung hat eine entsprechende Volksinitiative inzwischen jedoch abgelehnt (az Langenthaler Tagblatt berichtete).

Ein weiteres Aarwangener Strassenverbesserungsprojekt ist der Trottoirbau an der Jurastrasse 9 bis 33. Nachdem bei der Planauflage letztes Jahr fünf Einsprachen eingingen und die Verhandlungen im Herbst zu keiner Einigung führten, lag das 883000 Franken-Projekt im Juni nochmals auf. Laut Ulrich Seewer, Leiter Gesamtmobilität beim Kanton Bern, laufen derzeit wieder Einspracheverhandlungen mit fünf opponierenden Anwohnern. «Das weitere Vorgehen ist abhängig vom Ergebnis dieser Verhandlungen», lässt er ausrichten. – Das Geld für die Umsetzung wäre im Kantons-Budget jedenfalls bereits eingeplant.

Evaluation dauert länger als geplant

Weitere spruchreife Projekte gebe es im Oberaargau derzeit nicht, sagt Seewer auf Nachfrage. Und fügt an: «Das Tiefbauamt arbeitet im Augenblick jedoch an einer Evaluation von Massnahmen, die im Rahmen eines Gesamtkonzepts, das auch die Realisierung des Autobahnzubringers umfasst, umgesetzt werden sollen.»

Diese Arbeiten hatte Verkehrsdirektorin Barbara Egger letzten Herbst in Auftrag gegeben, als der Regierungsrat zusätzliche Planungsgelder für die Sanierung der Durchfahrten sprach. – Resultate jedoch stehen noch aus.

Während in Burgdorf (schon früher beschlossene) Vorbereitungsarbeiten zur Sanierung der Ortsdurchfahrt im Bau sind, würden analog zu Aarwangen auch in Oberburg und Hasle b. B. nach wie vor zusätzliche Massnahmen evaluiert, um die Situation auf den Ortsdurchfahrten weiter verbessern zu können, so Ulrich Seewer.

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