Olympia London 2012
Olympia-Gold für Usain Bolt: In 9,63 Sekunden zur Unsterblichkeit

Er ist und bleibt der schnellste Mensch der Welt. Für zehn Sekunden stand die Welt still. Und London hat den schnellsten Mann gefunden: Usain Bolt holt Olympia-Gold mit Olympischen Rekord in 9,63, das ist die zweitbeste je gelaufene Zeit.

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Die typische Bolt-Pose nach seinem Sieg
10 Bilder
Usain Bolt gewinnt Olympia-Gold über 100m und ist so der schnellste Mensch auf der Erde
Er hats wieder geschaft. Bolt ist und bleibt der schnellste Mensch auf der Welt
Zieleinlauf beim 100 Meter Sprint mit Usain Bolt als Erster
Sieben von neun Sprinter sind eine Zeit unter zehn Sekunden gelaufen. Somit ist das der schnellste Endlauf in der Geschichte
Mit dem Kopf durch die Wand
Der Jamaikaner hat es allen Kritikern gezeigt und läuft die zweitschnellste je gelaufene Zeit
Zweiter wird sein Landsman Yohan Blake und dritter Justin Gatlin der US-Amerikaner
Eindeutig kein Fotofinish!
Der Drittplatzierte Amerikaner Justin Gatlin gratuliert dem Gewinner Usain Bolt

Die typische Bolt-Pose nach seinem Sieg

Keystone

Der Weltrekordhalter, der fünf Hundertstel über seinem in Berlin 2009 aufgestellten Weltrekord blieb, gewann das Duell gegen seinen Landsmann Yohan Blake und wiederholte damit seinen Triumph vor vier Jahren von Peking, wo er über 100 m, 200 m und in der Sprintstaffel triumphiert hatte.

In 9,63 Sekunden lief Bolt fünf Hundertstel schneller als in Peking - und eine deutlich neue Jahresweltbestzeit. Silber holte sich Blake, der 9,75 Sekunden lief, Bronze sicherte sich der Amerikaner Justin Gatlin (9,78). Tyson Gay (USA/9,80) und Asafa Powell (Jam), der sich vierzig Meter vor dem Ziel verletzte, gingen leer aus.

Der schnellste Endlauf der Geschichte

Mit sieben Läufern unter zehn Sekunden ging der Final von London als schnellster Endlauf in die Geschichte ein. Dieser hatte sich bereits in den Halbfinals zwei Stunden zuvor angekündigt. Nur Richard Thompson war in den Halbfinals als einziger der acht Finalteilnehmer über zehn Sekunden geblieben (10,02).

Obwohl Gatlin, der Sieger der US-Trials, mit 9,82 Sekunden die beste Zeit gelaufen war, hatten Bolt mit 9,87 Sekunden und Blake mit 9,85 Sekunden bereits da den stärksten Eindruck hinterlassen. Die beiden Jamaikaner liefen nur unwesentlich langsamer als Gatlin, ohne allerdings voll durchzuziehen.

Bolt am Schluss doch der Beste

Bolt und Blake wurde damit ihrer Favoritenrolle gerecht. Bereits vor den Spielen hatten alle vom Duell zwischen den beiden gesprochen. Die Trainingspartner, welche beide von Coach Glen Mills zu Ausnahmeathleten geformt worden sind, hatten sich gemeinsam in Birmingham auf den Showdown im Olympiastadion in East London vorbereitet.

Blake war in den letzten zwölf Monaten phasenweise aus dem Schatten seines Vorbilds getreten. Vor einem Jahr an den Weltmeisterschaften in Daegu hatte er vom Fehlstart und der Disqualifikation Bolts profitiert und sich zum 100-m-Weltmeister gekürt. In dieser Saison entschied er vor gut einem Monat an den jamaikanischen Trials in Kingston sowohl das Duell über 100 m als auch jenes über 200 m für sich. Mit 9,75 Sekunden war Blake als Jahresschnellster nach London gereist. Nun nahm Bolt Revanche.

Am Donnerstag das zweite Duell

Einen Tag vor dem 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Jamaikas von der britischen Krone unterstrich die Karibik-Insel damit ihre Vormachtstellung im Sprint. Nach Shelly-Ann Fraser-Pryce schaffte auch Bolt das Double zweier 100-m-Olympiasiege hintereinander, welches letztmals bei den Männern Carl Lewis (USA) gelungen war (1984/88). Mit seinem insgesamt vierten Olympiasieg stieg Bolt auf die gleiche Stufe wie Jesse Owens (USA), der an den Olympischen Spielen 1936 viermal Gold gewonnen hatte.

Bereits am Donnerstag dürfte es zu einem weiteren Duell zwischen Bolt und Blake kommen. Dann steht der Final über 200 m an.