Euro-Airport
Ohne Empfang, kein Mietauto: Die Netzprobleme am Flughafen ziehen weiter ihre Kreise

Nachdem die Schweizer Mobilfunkanbieter Ende Mai ihre Sendemasten abbauen mussten, funktionieren WLAN, Roaming Apps und Internet so gut wie gar nicht mehr. Die Netzprobleme am Flughafen wirken sich auch auf den Service von «Catch a Car» aus

Peter Schenk
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Für das Öffnen und Schliessen hat «Catch a Car» eine Lösung gefunden. Ohne Handyempfang aber klappt Buchen nicht. zvg

Für das Öffnen und Schliessen hat «Catch a Car» eine Lösung gefunden. Ohne Handyempfang aber klappt Buchen nicht. zvg

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Die Probleme um Apps, Handy- und Internetempfang am Euro-Airport (EAP) ziehen weiter Kreise. Zurückzuführen sind sie darauf, dass die Schweizer Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt ihre Sendemasten am Flughafen Ende Mai abbauen mussten, die französischen Gesellschaften aber ihr Angebot nicht entsprechend ausgebaut haben.

Auswirkungen hat das auch auf den Anbieter von Mietautos «Catch a Car». So berichtet der SVP-Grossrat Alexander Gröflin, dass er das Mietauto auf dem Flughafenparking nicht mit seiner Memberkarte schliessen konnte, weil er keinen Funkkontakt hatte. «Jemand anderes hatte das gleiche Problem. Auch zur Helpline sind wir eine Viertelstunde nicht durchgekommen.» Erst als dies doch gelang, konnten sie die Autos abgeschlossen stehen lassen.

Für den Ausbau des WiFi

Schon bevor er von diesen Problemen wusste, hat Gröflin im Grossen Rat im Mai einen politisch breit abgestützten Anzug eingereicht. Darin fordern die Politiker den Aufbau eines flächendeckenden WiFi im gesamten Schweizer Sektor des EAP.

Begründung ist der von den Franzosen erzwungene Rückzug vom Flughafen der Schweizer Anbieter: «Neben dem Hauptterminal sind im Schweizer Sektor das Cargo Terminal, das Express Terminal, die Parkplätze, die Zone Nord, die unter anderem eine Flugschule beherbergt, und das Flugfeld selber betroffen.»

WiFi biete da eine Lösung: «Praktisch jedes mobile Gerät kann diese Funk-Technologie verwenden und darüber auch telefonieren. Zwar bietet der Euro-Airport bereits im Flughafenterminal ein Gratis-WiFi (2.4 GHz) an, leider ist dieses WiFi nicht im gesamten Schweizer Sektor erreichbar.»

Über schlechten Empfang klagt auch Dieter Spichtin, Besitzer der Flugschule Basel und Delegierter der General Aviation Genossenschaft Basel, die sich für die Interessen der Fliegerei im Raum Basel einsetzt und 360 Piloten vertritt. «Wir sind grossenteils nicht erreichbar», kritisiert er und bemängelt zudem die höheren Kosten durch das Roaming.

Er fragt sich, ob die Swisscom bei der geringen Distanz zur Schweizer Grenze das Problem nicht mit einem Sendemast auf dem Basler Casino lösen könnte. Der Ausbau des WiFi würde hilfreich sein.

Der EAP nimmt die Forderung der Grossräte zur Kenntnis. Mediensprecherin Vivienne Gaskell schreibt: «Wir verstehen das Anliegen. Inwieweit das WiFi auf andere Gebiete des Flughafens ausgeweitet werden kann, muss noch abgeklärt werden.

Unsere Hauptpriorität ist es, ein gut funktionierendes WiFi-Netz im Flughafengebäude zu haben. Dies haben wir stark ausgebaut und sind dabei, den Service zu optimieren.

Silena Medici, Leiterin von «Catch a Car», sind die Probleme auf dem Flughafen bekannt. «Wir hatten zu wenig Empfang, aber jetzt kann man die Autos wieder problemlos starten und abgeben», betont sie und fährt fort: «Wir haben eine IT-Lösung gefunden, dass die Bordcomputer sich schneller auf das ausländische Netz einloggen.» Umgesetzt wurde sie Anfang August. Seitdem gebe es keine Probleme mehr.

Tatsächlich ereigneten sich die von Gröflin geschilderten Schwierigkeiten mit dem Mietauto bereits im Juli. Seinem Bruder allerdings ist es bei der Heimkehr aus Italien erst letzten Dienstag nicht gelungen, ein «Catch a Car» zu buchen. «Er stand auf dem heissen Asphalt und hat alles versucht. Aber wenn man keinen Handyempfang hat, kann man sich auch nicht auf die App einloggen.» Sein Bruder sei schliesslich mit dem Bus nach Basel gefahren.

Medici fühlt sich für dieses Problem nicht zuständig: «Das können wir nicht beeinflussen. Ich empfehle dem Nutzer, schon im Flughafengebäude zu buchen oder auf das ausländische Netz zu wechseln», sagt sie. Aber was ist, wenn das Roaming, also der Wechsel auf die französischen Anbieter, nicht funktioniert, wie dies mehrere Personen berichtet haben? Bei ungenügendem Empfang könne auch «Catch a Car» nichts machen, erwidert Medici.

Paris sieht weiter kein Problem

Bei der in Paris beheimateten «Agence Nationale des Fréquences», der Behörde, die für die Frequenzen zuständig ist, sieht man weiterhin keine Probleme auf dem EAP. Lana Rakotondradalo teilt mit: «Der technische Verantwortliche auf dem Euro-Airport hat mir versichert, dass Roaming und Internet auf dem gesamten Flughafen (innen und aussen) funktionieren.»

Ein Redaktionskollege aber ärgert sich: «Wenn ich das Roaming eingeschaltet habe, werde ich andauernd unterbrochen, weil sich das Smartphone in einen anderen französischen Anbieter einwählt. Und das WiFi auf dem Flughafen funktioniert nicht, wenn man Bilder herunterladen oder die sozialen Netze nutzen will.»