A la cArte
Öffnungszeiten werden zum Politikum

Die Öffnungszeiten des Restaurants à la cArte sind an der letzten Stadtratssitzung zum Politikum geworden. Der Marktgasse ginge es besser, wenn das Restaurant auch am Sonntag öffnet.

Urs Byland
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Würden andere Öffnungszeiten des «à la cArte» der unteren Marktgasse mehr Publikum bringen? Urs Lindt

Würden andere Öffnungszeiten des «à la cArte» der unteren Marktgasse mehr Publikum bringen? Urs Lindt

Solothurner Zeitung

Nicht nur bei einigen Langenthalern, sondern auch bei einigen Langenthaler Narren, die das «à la cArte» im städtischen Wahrzeichen Choufhüsi boykottieren. Dazu später.

FDP-Stadtrat Urs Zurlinden fragte, wie die Stadt als Vermieterin der Räumlichkeiten im Choufhüsi die Doppelbelastung der Mieterin Therese Hälg beurteile. Hälg hat mit dem «L’Auberge» beim onyx-Kreisel ein zweites Standbein in Betrieb genommen und führt nun das «à la cArte» und das «L’Auberge» gleichzeitig.

«Mit dieser Frage an den Gemeinderat will ich in keiner Art und Weise Therese Hälg in ihrer Arbeit kritisieren. Das Bistro läuft sehr gut. Sie ist eine äusserst kompetente Wirtin», erklärt Zurlinden. Das Problem seien die Öffnungszeiten des «à la cArte». «Es gibt Leute, die sich andere Öffnungszeiten wünschen.» Das «à la cArte» schliesst am Abend jeweils um 18.30 Uhr, freitags um 23.30 Uhr und am Samstag um 17 Uhr. Am Sonntag bleibt das «à la cArte» zu.

«Die Stadt profitiert mit diesen Öffnungszeiten zu wenig von einer belebten Beiz. Insbesondere die Marktgasse.» Die Marktgasse verliere seit Jahren an Beliebtheit bei den Besucherinnen und Besuchern der Stadt. Weil die Stadt die Vermiete-
rin der Räumlichkeiten für das «à la cArte» ist, richte er seine Fragen wegen der Doppelbelastung Hälgs an die Stadt.

Vor Vertragsverlängerung

Zurlinden wollte aber mit seiner Frage wegen der Doppelbelastung nicht auf Hälg zielen, sondern in eine andere Richtung. Nach der fünfjährigen Vertragsdauer zwischen Stadt und Hälg besteht Ende 2011 wieder die Möglichkeit, den Vertrag zu erneuern oder zu kündigen. Ohne Intervention einer Partei läuft der Vertrag stillschweigend ein weiteres Jahr. «Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt meine Fragen an die Stadt gestellt, damit diese für die Problematik sensibilisiert ist.»

Therese Hälg hatte im Vorfeld
der Eröffnung des «L’Auberge» erklärt, sie wolle im «à la cArte» kürzertreten und dort ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Raum lassen. Für Zurlinden ein klares Indiz, dass die Stadt als Vermieterin des «à la cArte» die Konsequenz ziehen sollte. «Wenn Hälg Hoteliere sein will, dann könnte ja die Stadt neuen, jungen Interessenten die Chance geben, das ‹à la cArte› zu mieten, was im Übrigen auch meine Intention ist», sagt er.

Narrenboykott

Zurlindens Frage löste während der Stadtratssitzung auch ein Schmunzeln aus, vor allem bei «närrischen» Stadträten. «Bei den Langenthaler Narren führen die Öffnungszeiten des ‹à la cArte› gerade während der Fasnachtszeiten nur zu einem Kopfschütteln.» Ihm sei zu Ohren gekommen, so Zurlinden, dass einige Narren das «à la cArte» deswegen bis heute boykottierten.

Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) beantwortete in der Stadtratssitzung die Frage mit dem Hinweis, dass der Mietvertrag eingehalten werde und es deshalb keinen Grund gebe, diesen Vertrag seitens der Stadt zu kündigen. «Ich bin anderer Meinung», so Zurlinden. «Ich finde, wenn die Stadt die Möglichkeit hat, über den Mietvertrag auch auf den Betrieb des ‹à la cArte› Einfluss auszuüben, dann soll diese Möglichkeit genutzt werden.»

Öffnungszeiten bleiben

Therese Hälg konnte bisher auf die Unterstützung der Stadt zählen – und zählt weiter auf diese. Umso mehr hatte sie sich genervt, als sie von der «Doppelbelastungs»-Frage Kenntnis erhielt. «Wenn ich ein Mann wäre, wäre dies keine Frage», sagt sie. Das «à la cArte» sei keine Belastung für sie. «Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen eine sehr gute Arbeit.» Bei den Öffnungszeiten will sie nichts ändern. «Solange das ‹à la cArte› in meinen Händen ist, bleiben die jetzigen Öffnungszeiten.» Diese entsprächen ihrer Überzeugung. «Manche erinnern sich nicht mehr an meine Anfangszeiten. Als ich vor 13 Jahren das ‹à la cArte› startete, hatten wir einige Jahre am Sonntag geöffnet. Aber praktisch an jedem Sonntag kamen wir nicht auf unsere Rechnung.»