Detailhandel
Noch mehr Modegeschäfte suchen in Langenthal ihren Platz

Die Geschäftswelt in der Stadt ist in Bewegung. Gleich drei neue Läden öffnen dieser Tage ihre Türen

Tobias Granwehr und Urs Byland
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Das Bütschli-Haus an der Farbgasse 1 soll zu einem kleinen Warenhaus werden. Hanspeter Bärtschi

Das Bütschli-Haus an der Farbgasse 1 soll zu einem kleinen Warenhaus werden. Hanspeter Bärtschi

Solothurner Zeitung

Wer an einen Shopping-Tag denkt, stellt sich meist einen Tag in Städten wie Zürich oder Bern vor, wo es Dutzende Läden zum Shoppen gibt. Allerdings muss sich auch Langenthal nicht verstecken – Shopping ist im Zentrum des Oberaargaus durchaus möglich. Vor allem an Läden mit Mode mangelt es in der Stadt nicht. Gleich zwei Neue sind jetzt hinzugekommen. Einerseits ein Kinderkleiderladen, andererseits ein Shop mit günstigen Markenartikeln.

Marianca und Ralf Mosimann wollen in Langenthal ein Konzept anwenden, dass sie bereits erfolgreich im Engadin betreiben. Fashion Concept
Ueila nennen sie ihr Geschäft, drei davon gibt es schon im Kanton Graubünden. Hauptmarke ist S. Oliver, dazu gibt es weitere Markenartikel zu günstigen Preisen. «Wir handeln gute Preise mit den Lieferanten aus», erklärt Marianca Mosimann. Wichtig ist ihnen auch, dass jeden Monat andere Artikel im Laden liegen. Sie wollen Abwechslung ins Langenthaler Modegeschäft bringen. In der Stadt dominiere die Mode für Teenager und junge Leute, sagt Mosimann. Dagegen will sie mit ihrem Mann, der in Roggwil aufgewachsen ist, ankämpfen. «Wir wollen vor allem auch Frauen ab 30 Jahren ansprechen.» Aber: In ihrem Geschäft könne sich die ganze Familie ankleiden, sagt sie überzeugt.

Von der Lage absolut überzeugt

Die grosse Konkurrenz in der Stadt beeindruckt Marianca Mosimann nicht: Konkurrenz belebe das Geschäft. Bereits vergangene Woche öffnete der Laden an der Farbgasse 1 im Bütschli-Haus. Dort befand sich früher ein Schuhgeschäft. Besitzer des Gebäudes ist seit einigen Jahren Architekt Stephan Anliker. Das Haus soll mittelfristig abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dessen ist sich das Ehepaar Mosimann bewusst: «Wir schauen jetzt zuerst, ob unser Konzept hier ankommt. Falls wir dann raus müssen, gibt es bestimmt andere Optionen.» Mosimann ist jedenfalls überzeugt vom Standort: Es sei eine der besten Lagen in Langenthal.

Das Ehepaar hat gleich das ganze Haus gemietet und will die übrigen Flächen weitervermieten. So soll ein Shop-in-shop-Konzept entstehen. Bereits ist zum Modegeschäft eine Kosmetikerin dazugekommen. Es gebe weitere Interessenten, sagt sie. Das Ehepaar Mosimann will im Zweiwochenrhythmus in Langenthal und im Engadin arbeiten.

Geschenke in der Kreuzpassage

Voll für ihre neue Geschenkboutique Blume des Lebens setzt sich Bettina Geiser ein. Der Laden in der Kreuzpassage in der Oberen Marktgasse eröffnete ebenfalls Anfang September. Es sei ein erfreulicher Start gewesen. Sie habe bisher positive Rückmeldungen erhalten, sagt Geiser. Sie verkauft regionale Geschenkartikel wie Kerzen, Taschen oder Schmuck. Dazu will sie Produkte aus Thailand anbieten. Die Produkte importiert Martin Straub, früherer Besitzer von Straub Sport. Sie kenne ihn gut, er bringe schöne Ware, nicht billige. Die «Blume des Lebens» ist von Montagnachmittag bis Samstag geöffnet. Die Langenthalerin Bettina Geiser hat zwei Aushilfen angestellt.

Heute Samstag öffnet mit «Plüsch Kinderreich» zudem einen Kinderkleiderladen. Das Geschäft hat seinen Standort im Parterre des Anbaus zur alten Kohlehandlung an der Wiesenstrasse 7. Das Angebot besteht aus Kleidern für Kinder von 0 bis 8 Jahren sowie Spielwaren. Verena Wullschleger hat sich mit dem Geschäft einen Traum erfüllt, wie sie sagt. Sie habe verschiedene Lokale geprüft. Dieses an der Wiesenstrasse passe ihr wegen der Grösse und der Miete, auch wenn es keine grossen Schaufenster habe.

Die 56-Jährige, die seit 21 Jahren in Langenthal lebt, hat früher selber Kinderkleider genäht und auch mit Kindern in Einzelunterstützung gearbeitet. Ihre Meinung zum Kaufverhalten in Bezug auf Kinderkleider ist dezidiert: «Die Kinder werden immer seltsamer angezogen, wie die Erwachsenen», nennt Wullschleger eine Motivation für die Geschäftseröffnung. Sie habe sich überlegt, wie die Kleider der Kinder aussehen sollten, und ist auf eine Kleidermarke gestossen, die ihr gefällt. «Diese Marke werde ich verkaufen. Ich habe die Hersteller in München besucht und wurde mit ihnen einig.»

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