Ratgeber Gesundheit
Neue Ansätze in der Demenzprävention

Mein Vater ist seit sechs Jahren dement. Ich habe Angst davor, dass ich (52 Jahre alt), erblich vorbelastet sein könnte und daher irgendwann ebenfalls an Demenz erkranke. Was kann ich tun, um dem vorzubeugen?

Dr. med. Dan Georgescu
Dr. med. Dan Georgescu
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Gesundheit Aargau
Dr. med. Dan Georgescu Bereichsleiter und Chefarzt, Bereich Alters- und Neuropsychiatrie PDAG

Dr. med. Dan Georgescu Bereichsleiter und Chefarzt, Bereich Alters- und Neuropsychiatrie PDAG

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Bis vor wenigen Jahren galt Demenz als Schicksalsschlag, als Krankheit, die weder heilbar noch vorbeugbar ist. In Bezug auf die beiden häufigsten Demenzformen – die Alzheimer-Demenz und die vaskuläre Demenz – gibt es aber gute Nachrichten: In den letzten Jahren wurde nämlich bekannt, dass ein erheblicher Teil der Demenz- Erkrankungen mit einigen grundsätzlich beeinflussbaren Risikofaktoren im Zusammenhang steht: Tiefe Bildung, hoher Blutdruck und Übergewicht bereits im mittleren Alter, hohes Cholesterin, Diabetes, geringe körperliche Aktivität, Rauchen und Depression. Mehrere Studien aus den USA, England, Dänemark, Holland und Schweden haben nachgewiesen, dass der Anteil der Senioren mit einer Demenz in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist und dass die geistigen Fähigkeiten von hochbetagten Menschen besser geworden sind. Experten führen diese Beobachtungen auf den veränderten Lebensstil und auf das bessere Management kardiovaskulärer Risikofaktoren (etwa Bluthochruck, Blutzucker, Cholesterin, Nikotin, Übergewicht) über die letzten 20 bis 30 Jahre zurück. Zur Senkung des Risikos, an einer Demenz zu erkranken respektive ihren Auftritt zu verzögern, wird heute eine Kombination aus gesunder Ernährung (viel Obst, Gemüse und Fisch, wenig fettreiches Fleisch und Zucker), viel Bewegung, Gehirn-Training, soziale Aktivitäten sowie eine konsequente Kontrolle kardiovaskulärer Risiken empfohlen. Diese Empfehlungen wurden durch eine gross angelegte Studie aus Skandinavien wissenschaftlich nachgewiesen. Allein schon das um einige Jahre hinausgeschobene Auftreten der Alzheimer-Demenz würde einen massiven Rückgang der Krankheitshäufigkeit nach sich ziehen. Aufgrund dieser Erkenntnisse werden wohl manche zu düstere Szenarien und Strategien überdacht und neue Schwerpunkte gesetzt werden müssen. So betrachten die WHO und das «G8 Dementia Summit» (2013) jetzt die Prävention als Schlüsselelement, um der «Demenzepidemie» entgegen zu wirken. Der erste Schritt wäre nun, möglichst viele Menschen zu motivieren, ihren Lebensstil zu ändern. Interdisziplinäre Abklärung, Behandlung und Beratung für Menschen mit Hirnleistungsstörungen und Demenz finden Sie in der Memory Clinic der PDAG an den beiden Standorten in Aarau und Windisch, www.pdag.ch, Tel. 056 461 95 00, E-Mail: memoryclinic@pdag.ch.