Jugendfeuerwehr
Nasses Festival der Jugendfeuerwehren in Lausen

In Lausen trafen sich am Sonntag rund 80 Jugendliche zum dritten kantonalen Jugendfeuerwehrtag. Spass, Lernen und ein Wettkampf-Parcours standen für die angehenden Feuerwehrleute auf dem Programm.

Martin Merk
Drucken
Teilen
Jugendfeuerwehr
11 Bilder
Jugendfeuerwehr
Jugendfeuerwehr
Jugendfeuerwehr
Jugendfeuerwehr-Wettkampf Lausen
Jugendfeuerwehr
Jugendfeuerwehr
Jugendfeuerwehr
Jugendfeuerwehr
Jugendfeuerwehr
Jugendfeuerwehr

Jugendfeuerwehr

Kenneth Nars

Es war eine nasse Angelegenheit zwischen dem Feuerwehrmagazin und der Mehrzweckhalle Stutz in Lausen. Dies jedoch nicht wegen des trüben Wetters, denn von Regen wurden die Besucher verschont, sondern wegen den rund 80 Teilnehmern der acht Jugendfeuerwehren im Baselbiet am dritten kantonalen Jugendfeuerwehrtag.

Am Samstag war vor allem Lernen angesagt von den Erwachsenen und Kennenlernen untereinander. Die Teilnehmer wurden deshalb auch in acht durchmischte Gruppen eingeteilt.

Ziemlich viel hätten sie gelernt, befand Davide Greco (15) aus Allschwil. Sein Kamerad Nil Bolliger (15) fügte hinzu: «Wir konnten viel von den anderen Feuerwehren profitieren und umgekehrt. Und es war sicher auch lustig für die Zuschauer.»

Von der Theorie zur Praxis

Nach einer Nacht in der Zivilschutzanlage ging es am Sonntag spielerisch zur Sache.

Im Zentrum stand der grosse Wettkampf-Parcours, bei dem es am Morgen schon losging. Schlauchleitungen legen, mit den Zuggeräten arbeiten, Tennisbälle wegspritzen oder Knoten machen war angesagt.

Die Mittel waren einfach. Neben den Feuerwehrschläuchen standen Holzpaletten, Fässer, Bänke, Slalomstangen und menschengrosse Puppen auf dem Platz. Zehn Mitglieder waren pro Team dabei und brauchten im Schnitt rund zehn Minuten für den Parcours.

Lausen war erstmals Austragungsort

Seit sieben Jahren gibt es in der Gemeinde Lausen eine Jugendfeuerwehr und bereits haben fünf Mitglieder den Sprung zu den «Grossen» gemacht.

«Wir schreiben die Jahrgänge an, die 12 werden», sagte Theo Flückiger, der Kommandant der Feuerwehr Lausen, «aber auch solche Anlässe sind auch gute Plattformen für die Rekrutierung.»

Normalerweise erfolgt der Eintritt in die Feuerwehr mit 20. Für Mitglieder der Jugendfeuerwehr kann es schon ab 18 losgehen. Diesen Weg beging etwa Emanuel Thommen von der Feuerwehr Sissach, der beim Anlass als Helfer und Aufsichtsperson dabei war.

Feuerwehr liegt in der Familie

«Die Feuerwehr liegt bei uns in der Familie. Auch meine Schwester ist bei der Feuerwehr, und mein kleiner Bruder bei der Jugendfeuerwehr», sagte der 19-Jährige.

«Es war eine gute Erfahrung, die ich empfehlen kann, insbesondere wenn man in die Feuerwehr einsteigen möchte. Die Wahrscheinlichkeit, dass man zu den Grossen übertritt, ist dann relativ gross.»

Feuer selbst war am Anlass nicht zu sehen, bis auf ein als Haus bemaltes Brett, auf das Teilnehmer und Schaulustige mit Schläuchen drauflos «löschten».

Feuer zu gefährlich

Feuer, so Flückiger, sei für den Anlass zu gefährlich, und für den Wettkampf mangels Messmöglichkeiten ohnehin unpassend. Aber tags zuvor in der Ausbildung sei Feuer durchaus Teil des Programms gewesen.

Nach einem ersten Durchgang waren noch vier der acht Mannschaften im Rennen, dann folgte die Mittagspause. Würste, Hot Dogs, Salate, Kuchen und Getränke vom Mineralwasser bis zum «Füürwehr-Kaffi» gingen über die Theke.

Für Zuschauer, in den meisten Fällen die Eltern, und die ausgeschiedenen Mannschaften gab es neben dem Parcours ein Geschicklichkeitsspiel, ein Tischfussballspiel, bei welchem der Ball mithilfe von Wasserschläuchen zu den Toren gespritzt wurde oder ein grosser Kranwagen, der bei einem Wettbewerb zum Bau von Harassentürmen mithalf.

Auffallend wirkte der gelb-violette Wagen der Chemiewehr Baselland, den man sich näher anschauen konnte.

Nicht nur für Jungs

Unter den Teilnehmern mischten sich sowohl Buben wie auch Mädchen. Etwa die 13-jährigen Cousinen Julia und Jessica Drixl aus Reinach. «Es gefällt uns sehr gut, es macht Spass und wir haben viel gelernt», fassten sie zusammen.

«Es ist schön, dass auch Mädchen mitmachen. Sie zeigen keine Berührungsängste», sagte Flückiger. «Bei den Frauen besteht für die Feuerwehr ein riesiges Potenzial. Es findet ein Wandel statt, der auch richtig ist.»

So ehrgeizig die Jugendlichen sich auch einsetzen, um Gold, Silber oder Bronze ging es in Lausen nicht, sondern um das Lernen, Kennenlernen und die Gemeinschaft. Deswegen gab es für alle Teilnehmer auch die gleiche Erinnerungsmedaille.

Feuerwehr-Handwerk üben

«Wir treffen uns so ein Mal im Monat, manchmal auch mehr», gab Samuel Spaliger (14) aus Zwingen Einblicke ins Leben der Jugendfeuerwehr.

Dabei gehört der jährliche kantonale Anlass zu den Highlights. «Ich habe einiges wiedererlernt wie Knoten machen und Leitungen einhängen, aber auch Neues wie das Aufstellen eines Wasserwerfers», sagte er.

Nach der zweiten Runde am Nachmittag verblieben noch zwei Mannschaften im Rennen. Und es kamen ein Leiterteam sowie ein Prominenten-Team des Feuerwehrverbands beider Basel hinzu, bei welchem auch dessen Präsident, Landrat Dominik Straumann, anpackte.

«Es sind sehr motivierte Jugendliche und Leiter, die sich engagieren und ich freue mich auch, über die Zuschauer, die hier sind», sagte Straumann vor seinem Einsatz und betonte die Wichtigkeit des Anlasses.

«Es ist wichtig, die Jugendarbeit für die Feuerwehr früh zu fördern. Es fördert auch den Teamgeist und Kameradschaft unter den Teilnehmern. Da die Jugendlichen keine scharfen Einsätze haben, ist es ein guter Anlass um das Feuerwehr-Handwerk auszuüben.»

Am späteren Nachmittag ging der Anlass zu Ende. Die vierte Auflage ist nächstes Jahr in Muttenz geplant.

Aktuelle Nachrichten