Ratgeber Gesundheit
"Nachwehen" nach Hirnschlag

Vor knapp einem Jahr hatte ich einen leichten Hirnschlag. Inzwischen ist alles wieder gut, allerdings muss ich diverse Medikamente einnehmen. Mein Problem: Ich fühle mich teilweise benommen; manchmal mit Druck im Kopf, leichtem Schwindel oder auch leichter Übelkeit. Mein Arzt meint, dass dies von den in der Blutzirkulation festgestellten kleinen Partikel stamme. Das Gefühl ist teilweise sehr unangenehm und es macht mir Sorgen.

Dr. med. Timo Kahles
Dr. med. Timo Kahles
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Gesundheit Aargau
Dr. med. Timo Kahles Oberarzt, Neurologische Klinik und Stroke Center, Kantonsspital Aarau KSA

Dr. med. Timo Kahles Oberarzt, Neurologische Klinik und Stroke Center, Kantonsspital Aarau KSA

Gesundheit Aargau

Bei einem Hirnschlag kommt es durch den Verschluss einer hirnversorgenden Arterie, meist durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), plötzlich und in der Regel ohne Vorwarnung zu einem Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen im Gehirn. Ein Hirnschlag ist prinzipiell eine lebensbedrohliche Erkrankung und erfordert schnelles Handeln, um den irreversiblen Untergang von Hirngewebe zu verhindern. Die sofortige Wiedereröffnung des Gefässes und die rasche Wiederherstellung der Durchblutung des Gehirns durch ein wirksames Medikament, welches in eine Vene verabreicht wird („intravenöse Thrombolyse“) oder einen Hirnkathetereingriff verringern nachweislich eine relevante Behinderung. Spezialisierte Hirnschlagzentren verfügen über die notwendige Infrastruktur und Erfahrung für die Durchführung dieser Akutbehandlungen sowie wenn nötig auch das Einbringen von Gefässstützen („Stents“) und zeitkritische neurochirurgische und gefässchirurgische Eingriffe.

Um einen erneuten Hirnschlag wirksam zu verhindern, wird bereits früh mit der Suche nach der Ursache wie beispielweise einer verengten Halsschlagader oder einer bestimmten Herzrhythumsstörungen („Vorhofflimmern“) gefahndet. Davon abhängig gestaltet sich die weitere Therapie. Darüberhinaus stellt die Reduktion der Gefäss-Risikofaktoren wie die Bekämpfung eines Bluthochdrucks, einer Zuckerkrankheit, erhöhten Cholesterinwerten und des Zigarettenrauchen die wichtigsten vorbeugenden Massnahmen dar. Häufig ist hier auch die Einnahme weiterer Medikamenten erforderlich.

Es freut mich zu hören, dass Sie nach einem leichten Hirnschlag wieder zu Ihrer Zufriedenheit genesen sind. Wie erwähnt ist dann häufig die Einnahme mehrerer Medikamente erforderlich. Die von Ihnen geschilderten Beschwerden wie „Druck im Kopf“, „leicht schwindelig“ und „Übelkeit“ sind zunächst eher unspezifisch und lassen sich ohne genauere Kenntnis insbesondere Ihres Krankheitsverlaufes, bestehenden begleitenden Erkrankungen und der eingenommenen Präparate, nicht sofort einordnen. Da Ihre Beschwerden von Ihnen als teilweise unangenehm empfunden werden und Sie sich Sorgen machen, rate ich Ihnen, dies nochmals mit Ihrem betreuenden Arzt zu besprechen und bei offenen Fragen allenfalls auch das nächstgelegene Hirnschlagzentrum zu konsultieren.