Spital Limmattal
Nach Kritik gegen die Pensionskasse: «Limmi» bleibt trotzdem bei der BVK

Ein Wechsel der Pensionskasse würde rund 30 Millionen Franken kosten.

Alex Rudolf
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Das Spital Limmattal wechselt die Pensionskasse nicht.

Das Spital Limmattal wechselt die Pensionskasse nicht.

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Das Spital Limmattal bleibt bei der Pensionskasse der Angestellten des Kantons (BVK). Dies sagte Spitaldirektor Thomas Brack anlässlich der Delegiertenversammlung vom Mittwochabend. Erst im vergangenen Februar wurde publik, dass die Spitalleitung den neuen BVK-Vorsorgeplan scharf kritisiert und den Wechsel zu einer anderen Vorsorgekasse in Betracht zieht. Dass es nun doch keinen Wechsel geben soll, begründet Brack vor den Delegierten der Trägergemeinden damit, dass das Spital Limmattal «ungünstige Faktoren» bei der Personalzusammensetzung aufweise. «Das hohe Durchschnittsalter wie auch die grosse Anzahl der ehemaligen Angestellten, die Leistungen beziehen, verteuern den Wechsel zu einer anderen Kasse», so Brack. Ein solcher Wechsel würde laut Brack Zusatzkosten von rund 30 Millionen Franken nach sich ziehen. «Zudem ist fraglich, ob eine andere Kasse auch wirklich bessere Konditionen bieten kann, als dies die BVK tut.»

Dem Unmut gegenüber der Führung und der Kommunikation der BVK verschafften Spital-Verwaltungsratspräsident Markus Bärtschiger und Brack in einem Schreiben vom vergangenen Dezember Luft. Im Februar dieses Jahres wurde er vom Verband des Personals Öffentlicher Dienste (VPOD) ins Netz gestellt. Im Fokus stand dabei der neue Vorsorgeplan, der ab dem Jahr 2017 in Kraft treten soll. Dieser sieht vor, die Beiträge auf Arbeitnehmer, wie auch auf Arbeitgeberseite zu erhöhen, um die Rentenansprüche der Versicherten langfristig zu decken. So sollen die Beiträge in höheren Altersklassen steigen – für 63- bis 65-Jährige beispielsweise um 11 Prozent. Auch sieht die BVK vor, das beitragspflichtige Alter von 24 auf 21 Jahre zu senken. Gleichzeitig sollen Bezüger weniger Geld bekommen, indem der technische Zinssatz von 3,5 auf 2 Prozent gesenkt wird. Dies hat einen tieferen Umwandlungssatz zur Folge, mit welchem das Guthaben jedes Einzelnen in dessen jährliche Rente umgewandelt wird.

Diese im vergangenen Sommer beschlossenen Revisionspläne hätten das Vertrauen in die Stiftung nachhaltig beschädigt, schrieben Brack und Bärtschiger in ihrem Brief vom Dezember. So war einer der Hauptkritikpunkte die «ausserordentlich starke Senkung des technischen Zinssatzes und der Umwandlungssätze in einem Schritt», hiess es im Schreiben. Der BVK-Stiftungsrat nehme seine Führungsverantwortung nicht vorausschauend, massvoll und professionell wahr, hiess es weiter.

Damals im Februar wollte der BVK-Stiftungsrat keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen, da man den Kontakt zu den Kunden direkt und nicht über die Medien bevorzuge. Heute zeigt sich die Stiftungsratspräsidentin Lilo Lätzsch zufrieden: «Vielerorts setzt sich die Einsicht durch, dass die BVK gute Leistungen erbringt und die Revision eine zukunftsgerichtete Massnahme ist», sagt sie.

Es läuft auf einen Neubau heraus

Das Pflegezentrum beim Spital Limmattal ist in die Jahre gekommen. An der Delegiertenversammlung des Spitals Limmattal vom Mittwochabend zeichnete sich nun ab, dass eine Sanierung für die künftige Nutzung des Pflegzentrums mit Fokus auf komplexe Erkrankungen und Demenzpatienten nicht geeignet ist. Viel eher müsste ein Neubau erstellt werden.
Erst im vergangenen November wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. In der Präsentation der Zwischenergebnisse betonte Verwaltungsratspräsident Markus Bärtschiger jedoch, dass es in der koordinierten Altersstrategie viele Unsicherheiten gebe. Mit dem demografischen Wandel in der Region und dem Grundsatz, dass das Pflegezentrum keine Konkurrenz zu den kommunalen Alterszentren darstellen solle, sondern eine Ergänzung, stelle sich die Frage, ob die heute vorhandenen 134 Pflege- und 10 ambulanten Tagesplätze auch künftig angemessen seien. «Einzig die Stadt Schlieren bekundete öffentlich Interesse an einer Erhöhung der Plätze», so Bärtschiger. Im 2017 oder 2018 soll klar sein, welche Gemeinde, welche Pflegeplätze benötigen wird. «Somit wird sich auch zeigen, welche Kosten auf uns zukommen», so Bärtschiger.
Die Rechnung 2015 mit einem operativen Betriebsergebnis von 21,4 Millionen Franken und 11,3 Millionen Gewinn wurde von den Delegierten ohne Gegenstimme gutgeheissen.

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