Balsthal
Nach drei Jahren Amtszeit: Roland Stampfli will sich nicht mehr wiederwählen lassen

Der Gemeindepräsident von Balsthal verzichtet überraschend auf eine Wiederwahl 2017. Dies verkündete er an der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Grund seien gesundheitliche Probleme.

Peter Wetzel und Rahel Bühler
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Roland Stampfli verzichtet auf eine Wiederwahl als Gemeindepräsident 2017.

Roland Stampfli verzichtet auf eine Wiederwahl als Gemeindepräsident 2017.

Alois Winiger

Grosse Überraschung an der Gemeinderatssitzung vom Donnerstag: Gemeindepräsident Roland Stampfli wird für die nächste Legislaturperiode weder als Gemeinderat, noch als Gemeindepräsident antreten.

Dies gab er bei der Diskussion um die Festlegung des Datums der Wahlen des Gemeinderates und des Gemeindepräsidenten im kommenden Jahr bekannt.

Diese Ankündigung löste im Rat grosses Erstaunen aus. Als Begründung für seinen Entscheid gab der parteilose Stampfli gesundheitliche Probleme an. Er amtet seit drei Jahren als Gemeindepräsident. Auf Anfrage bestätigt der 66-jährige Roland Stampfli, dass die gesundheitlichen Probleme mit seinem Amt und der grossen Verantwortung zu tun haben.

Er wolle rechtzeitig die Bremse ziehen. Ausserdem liess er durchblicken, dass man in der Politik viel Geduld brauche, um etwas zu erreichen, das habe er unterschätzt. «Ich bin halt eher ein Macher, kein Politiker», so der Gemeindepräsident. Grosse Mühe habe er auch damit, dass nicht immer am gleichen Strick gezogen werde.

«Man kommt nicht so vorwärts, wie ich das gerne möchte.» Den Entscheid, sein Amt niederzulegen, habe er wohlüberlegt gefällt.

48,5 Prozent bei der Wahl 2013

Bei der letzten Gemeindepräsidenten-Wahl im Jahr 2013 traten insgesamt vier Kandidaten an: drei amtierende Gemeinderäte und Roland Stampfli als parteiloser Quereinsteiger. Stampfli holte auf Anhieb 48,5 Prozent der Stimmen, was alle Mitbewerber dazu bewog, auf einen zweiten Wahlgang zu verzichten.

Die Gemeinderatswahlen für die kommende Legislatur hat der Gemeinderat nun auf den 21. Mai 2017 festgelegt, jene des Gemeindepräsidenten auf den 2. Juli. Auf Antrag von Roland Stampfli wurde eine Arbeitsgruppe, welche eine Überprüfung der Gemeindeorganisation vornehmen soll, ins Leben gerufen. Mögliche Neuerungen und Anpassungen sollen noch vor den Neuwahlen 2017 umgesetzt werden.

Überraschung durch und durch

Der Rücktritt Stampflis kommt überraschend, weil er noch im Mai dieses Jahres seinen Wiederantritt verkündet hatte: «In einer zweiten Amtsperiode kann ich von den bisher gemachten Erfahrungen profitieren», liess er am 26. Mai auf Anfrage gegenüber dieser Zeitung verlauten.

Als Grund nannte er damals unter anderem, dass aufgrund von Pensionierungen in der nächsten Amtsperiode diverse leitende Stellen in der Gemeindeverwaltung neu besetzt werden müssten.

Erstaunt zeigen sich die Balsthaler Parteipräsidenten. Christine Rütti, Präsidentin der SVP, wusste am Freitagnachmittag noch nichts vom Rücktritt des Gemeindepräsidenten und wollte deshalb auch keine Stellung nehmen.

Gleich tut es ihr Kollege von der CVP, Pierino Menna, der sich ebenfalls nicht zu Stampflis Entscheid äussern will. Der SP-Präsident, Fritz Dietiker, war am Freitag nicht zu erreichen. André Schaad, der Vorsteher der FDP, zeigt sich überrascht: «Vor allem weil sich Stampfli bislang so geäussert hat, dass er sich wieder zur Verfügung stellen werde.»

Schaad, auch Gemeindevizepräsident, hat im Moment keine Ambitionen, selber das Amt von Stampfli zu übernehmen.