Basler Wahlen
Muss die Polizei etwas unternehmen, damit sich Frauen sicherer fühlen?

Nicht nur die SVP, sondern auch LDP und Teile der FDP fokusieren ihren Wahlkampf auf die Sicherheitsdebatte. Vor allem der abtretende Regierungsrat und Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass steht in der Kritik.

Andreas Maurer
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Flucht vor einem Angreifer. (Symbolbild)

Flucht vor einem Angreifer. (Symbolbild)

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Juri Junkov

Die Polizei soll vermehrt in den Strassen und Plätzen sichtbar sein und Gewalttaten weiterhin konsequent verfolgen. Die Rechtsgrundlagen sind vorhanden und müssen konsequent ausgeschöpft werden. Gleichzeitig braucht es aber auch weitere Massnahmen zur Gewaltprävention zum Beispiel durch Veranstaltungen in Schulen. Bei der Gestaltung des öffentlichen Raums soll generell auf eine übersichtliche, angenehme und gut beleuchtete Umgebung geachtet werden.

Nicole Nars-Zimmer

Gefragt sind vor allem bauliche Massnahmen. Dunkle, unübersichtliche Orte müssen wenn immer möglich umgestaltet werden. Auch ist die Gewaltprävention etwa an Schulen wichtig. Mehr sichtbare Polizeipräsenz kann unter Umständen das Sicherheitsgefühl erhöhen, Übergriffe auf Frauen verhindern kann aber auch diese Massnahme nicht. Vergessen wir nicht: Trotz der bedauerlichen Vorfälle in den letzten Monaten bleibt Basel eine vergleichsweise sichere Stadt.

Heinz Dürrenberger

Es ist wichtig für die Lebensqualität in Basel, dass sich alle in unserer Stadt sicher fühlen können. Jedes Gewaltverbrechen ist eines zu viel und darf nicht verharmlost werden. Die Basler Polizei ist auf den Strassen präsent und deckt die Hotspots ab. Dies ist der wichtigste Beitrag zur Sicherheit, den die Polizei leisten kann. Der Personalbestand wird zurzeit um 40 Stellen erhöht, um noch mehr Sicherheit zu gewährleisten, was die Grünen unterstützt haben.

Kenneth Nars

Ja. Etwas mehr Personal, vorab nachts, wäre angezeigt, damit ein rasches Eingreifen immer sichergestellt ist. Aber es braucht vor allem mehr Kapazität bei den Ermittlungsbehörden und hartes Durchgreifen der Gerichte, damit auf eine Tat rasch eine harte Verurteilung erfolgt. Das Sicherheits- und Gerechtigkeitsgefühl der Opfer wird verletzt, wenn erst Jahre nach einer Tat die Anklage erfolgt und viel zu spät ein viel zu laues Urteil gefällt wird. Das muss sich ändern.

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Das Sicherheitsempfinden ist häufig subjektiv. Überfälle auf Frauen geschehen - verfolgt man Medienberichte - oft nachts in ruhigen Wohnquartieren, zum Beispiel auf dem Heimweg nach dem samstäglichen Ausgang. Während bezüglich Beleuchtung bauliche Massnahmen erforderlich sind, kann die Polizei durch bewusste Präsenz zum Sicherheitsgefühl beitragen, und dies vor allem an Orten und zu Zeiten, in denen fast niemand mehr unterwegs ist.

Nicole Nars-Zimmer

Wir erwarten, dass Frau, aber auch Mann und Ältere, sich in der Nacht sicher fühlen können. Die CVP hat in dieser Legislatur die Aufstockung der Basler Polizei gefordert, was SP und SVP verhinderten. Die Nacht sollte auch in Basel überall sicher sein. Wir dürfen vor dem Verbrechen und der Gewalt nicht kapitulieren, darum sollte die uniformierte Polizei aufgestockt werden. Das Gleiche gilt für die Staatsanwaltschaft. Die Strafgerichtspraxis sollte strenger werden.

Kenneth Nars

Selbstverständlich. Es ist immer die Aufgabe der Polizei, dass sich Frauen (aber auch Männer, Ältere und Jüngere) in unserem Kanton sicher und somit wohlfühlen. Sicherheit ist ein Grundrecht. Deshalb hat die FDP auch die Aufstockung des Polizeikorps unterstützt. Noch wichtiger als das Gefühl ist die Anzahl der Straftaten an sich. Wenn wir diese in den Griff bekommen, dann stellt sich auch ein besseres Gefühl ein. Wichtiger als Panikmache sind aber konkrete Schritte.

Andreas Maurer

Ratschläge, Frauen sollen nachts nicht ausgehen, sind für die LDP inakzeptabel. Basel muss sicherer werden. Die Gestaltung von Parkanlagen ist ebenso zu verbessern wie die Beleuchtung an verschiedenen Orten. Die Planer sollten sich auch in die Lage der älteren Menschen und der Frauen versetzen und herausfinden, wie diese sich fühlen. Es braucht eine wahrnehmbare Polizeipräsenz. Es ist hilflos, wenn mit Statistiken bewiesen werden soll, wie sicher Basel ist.

Kenneth Nars

Sicherheit ist eine der Hauptaufgaben des Staats. Die Politik muss der Polizei die Möglichkeiten geben, etwas gegen die grassierende Gewaltspirale zu unternehmen. Ein besonderes Problem sind Sexualdelikte gegen Frauen. Frauen sollen sich jederzeit frei bewegen können, ohne Angst haben zu müssen, attackiert zu werden. Und dies überall. Vor 30 Jahren war das noch so. Es ist ein Versagen der heutigen Politik, dass wir solche Übergriffe auf Frauen geschehen lassen.