Muba
Muba-Leiter: Indonesien bot den besten Gastauftritt seit Jahren

Die Muba 2013 ist Geschichte. Messeleiter Chris Eichenberger zieht im Interview mit der bz Bilanz und zeigt sich begeistert vom Gastauftritt der Indonesier.

Muriel Mercier
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Muba-Chef Eichenberger ist begeistert vom Gastauftritt der Indonesier.

Muba-Chef Eichenberger ist begeistert vom Gastauftritt der Indonesier.

Kenneth Nars

Herr Eichenberger, am Wochenende ging die Muba zu Ende. Was waren Ihre Höhepunkte?

Chris Eichenberger: Eines der Highlights war auf jeden Fall das spektakuläre Konzept der Gäste aus Indonesien. Der Mix aus Kulinarik, Tourismus, Verkauf von Handwerk sowie die kulturellen Einlagen waren toll. Ich wage sogar zu behaupten, dass Indonesien seit vielen Jahren unter den Gastländern den besten Auftritt stemmte. Das Gastland Ungarn hat sich auf Kulinarik und regionale Produkte fokussiert, was auch gut ankam.

Eine Umfrage unter den Gästen hat gezeigt, dass rund 50 Prozent der 160 000 Besucher an der Muba Geld ausgegeben haben.

Das stimmt, es kommen wieder vermehrt Leute, die kaufen wollen. Das hat mich positiv überrascht. Vor allem die Aussteller in den Abteilungen Möbel, Küche, Wohnen haben mir gute Rückmeldungen gegeben. Auch unter den Besuchern war die Zufriedenheit gross: Über 80 Prozent hinterliessen ein positives Feedback.

Woran mag es liegen, dass die Menschen mehr Geld liegen lassen?

Die Muba-Besucher schätzen sicherlich den persönlichen Kontakt zu den Verkäufern, den sie online nicht mehr haben können. Eine Messe wie die Muba ist die einzige Plattform, auf der die Nähe zwischen Verkäufer und Käufer gepflegt wird. Wir sind optimistisch, dass diese Tendenz in Zukunft erhalten bleibt.

Haben Sie bei der Auswahl der Aussteller Entscheide getroffen, die Sie heute bereuen?

Falls Scientology sich nächstes Jahr noch einmal für einen Auftritt bewirbt, werden wir deren Anfrage intensiver prüfen. Und möglicherweise werden wir anders entscheiden und sie nicht ausstellen lassen.

Warum?

Wir haben uns erhofft, dass die Öffentlichkeit – die Medien – die Gelegenheit nutzen und sich dem Thema annehmen. Zum Beispiel, warum die Scientologen in der Schweiz nicht unter Beobachtung stehen, im Vergleich zu Deutschland. Sollten wir den Scientologen fürs 2014 absagen, heisst das nicht, dass gesellschaftliche Institutionen keinen Auftritt an der Muba mehr bekommen. Wir haben den Verein Exit, der eine positive Bilanz vermeldete, wir geben der Theodora Stiftung eine Plattform sowie auch dem Tierschutz beider Basel und weiteren Anbietern.

Der Weinsektor soll nicht so gut gelaufen sein.

Ja, die Weinverkäufer haben schlechter verkauft, als im Vorjahr. Das hängt aber von der Jahreszeit ab. Im 2012 fand die Muba im April statt, zu diesem Zeitpunkt sind die neuen Weine schon da – vor allem der Weisse und der Rosé. Die Messe wird nun in Zukunft, wie vor zehn Jahren wieder im Februar stattfinden. Die Alternative wäre im Zeitrahmen von Mitte bis Ende Mai. Wenn es an diesen Tagen aber gegen 30 Grad warm ist, kommt niemand in die Messehalle. Das hat die Erfahrung gezeigt.

Im vergangenen Jahr haben Künstler aus der Region den Rundhof bespielt. Auch das ist im Februar nicht möglich. Beziehen Sie den Hof nicht mehr in die Muba ein?

Wir wollen den Rundhof auf jeden Fall stärker bespielen. Wir haben zwei spektakuläre Ideen, aber die werde ich noch nicht verraten. Einerseits, weil wir nicht wissen, ob man sie tatsächlich umsetzen kann und andererseits soll es ja noch Überraschungen geben.

Sehen Sie für nächstes Jahr Verbesserungspotenzial in einem Bereich der Muba?

Die Besucher waren durchschnittlich viereinhalb Stunden in der Messehalle. Wir möchten, dass sie länger drinbleiben wollen. Dafür wollen wir eine ausgewogenere Gastronomie anbieten. Bei den regionalen Produkten können wir zulegen und auch bei den vegetarischen Angeboten.