Schlieren
Mit Strabag AG zieht ein weiterer Baugigant ins Limmattal

Die Strabag AG zog vom Glattpark nach Schlieren. Grund dafür waren in erster Linie die Mietkosten.

Florian Niedermann
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Das österreichische Unternehmen Strabag hat nun seinen Sitz in Schlieren.

Das österreichische Unternehmen Strabag hat nun seinen Sitz in Schlieren.

ZVG

Das Limmattal ist als Firmenstandort für Baugiganten offensichtlich sehr attraktiv: Nachdem 2013 bereits die Walo Bertschinger AG ihren Sitz von Zürich nach Dietikon verlegt hat, lässt sich nun mit der Strabag AG eine weitere grosse Baufirma im Limmattal nieder. Auf Ende 2014 verlegte das börsenquotierte österreichische Unternehmen seine Schweizer Filiale vom Glattpark an die Unterrohrstrasse 5 in Schlieren. Der Grund für den Umzug liege in den vergleichsweise günstigen Mietkosten, erklärt Pressesprecherin Jolanda Frei. Insgesamt verlegt die Strabag über hundert Arbeitsplätze im technischen und kaufmännischen Bereich auf insgesamt drei Geschosse oder 3300 Quadratmeter Bürofläche in das Gebäude nördlich der Schlieremer Hallerkreuzung an der Limmat.

Das Gebäude, in dem die Baufirma ihre neue Bleibe gefunden hat, gehört der Zürich Versicherung. Zuletzt stand es anderthalb Jahre leer. Die Halter AG, die von der Eigentümerin mit der Wiedervermietung der Büroflächen beauftragt wurde, konnte den Leerstand nun mit mehreren Firmenansiedlungen beheben, wie Roger Rufener, der Projektverantwortliche bei Halter, auf Anfrage mitteilt. Neben der Strabag haben eine Sportbekleidungsfirma und ein Storenanbieter ihre Büros im selben Gebäude. Im Dachgeschoss ist das Restaurant Fabiana eingemietet, das zuvor im Stadtzentrum gewirtschaftet hat.

Heute stehen an der Unterrohrstrasse 5 laut Rufener nur noch 300 Quadratmeter leer. Neben der aktiven Vermarktung durch Halter sei es auch der Preispolitik der Zürich Versicherung zu verdanken, dass sich rasch Mieter finden liessen, sagt er: «Die Eigentümerin war bereit, die Mietzinse auf einem Niveau zu behalten, die im Immobilienmarkt sehr attraktiv sind.»

Unklar ist noch immer, was aus der Brache neben dem Gebäude wird: Eigentlich plant die Zürich dort eine Wohnüberbauung. Weil das Land in der Industriezone liegt, versuchte Sie, es mithilfe eines privaten Gestaltungsplans baurechtlich für diese Zwecke nutzbar zu machen. Der Kanton Zürich lehnte den Plan aber ab. Gemäss eines strategischen Kurswechsels der Baudirektion sollen Industriezonen heute bewahrt werden, statt sie für Wohnprojekte preiszugeben (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Derzeit überarbeitet die Zürich ihren Gestaltungsplan, um das Projekt doch noch realisieren zu können.