Madiswil
Mit Pferd und Hund auf Siegeszug in Madiswil

Ein Mensch, ein Pferde und ein Hund: Am vergangenen Samstag bildete dieses Dreiergespann ein Wettkampfteam. Zusammen galt es zahlreiche Posten zu meistern und eine Wegstrecke von rund drei Kilometern hinter sich zu bringen.

Karin Iseli-Trösch
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Während sich Frau streckt und reckt, wartet der Hund geduldig, bis es weitergeht.

Während sich Frau streckt und reckt, wartet der Hund geduldig, bis es weitergeht.

Isabel Mäder

«Es ist das erste Mal, das wir diese Art von Patrouillenwettkampf anbieten», sagt Martina Lambrügger, Mitorganisatorin des 15. Patrouillenritts des Pferde Hund-Freunde-Clubs Madiswil. «Es ist überhaupt das erste Mal, dass diese Art von Patrouille in der Schweiz durchgeführt wird. Normalerweise wird diese Art von Wettkampf entweder nur mit Pferd oder nur mit Hund durchgeführt.»

Pferd und Hund als Team

Fünf Teilnehmer starteten an diesem ersten Mensch-Pferd-Hund-Wettkampf. Tönt nach wenig, ist aber aus Sicht von Martina Lambrügger ideal, um erste Erfahrungen zu sammeln. Auf die Idee, die beiden Tierarten zu vereinen, hat sie eine langjährige Teilnehmerin des Patrouillenritts gebracht. Wie so viele andere Pferdehalter hält auch diese ausser einem Ross einen Hund. Doch was muss das Dreierteam können, um am Wettkampf zu bestehen?

«Es geht darum, dass der Mensch sowohl das Pferd wie auch den Hund zu jeder Zeit voll und ganz unter Kontrolle hat», sagt Martina Lambrügger. «An einem der Posten muss beispielsweise der Hund einen Parcours absolvieren, währenddem Reiter und Pferd nebenher gehen. Der Hund darf sich davon nicht von seiner Route abbringen lassen.» Es sei sehr interessant zu beobachten, was man mit den doch sehr unterschiedlichen Tieren erreichen könne, und wie sie durch viel Geduld und Feingefühl seitens des Tierhalters zu einem eingespielten Team würden.

Vorschläge für mögliche Wettkampf-Posten hatte Martina Lambrügger auf ihrer Suche nirgends gefunden, auch nicht im Ausland. Obwohl dort das Zusammenspiel zwischen Pferd und Hund schon viel mehr gefördert werde. «Meine Kollegin Käthy Brändli und ich haben die Posten ausgetüftelt.

Dabei haben wir uns gut ergänzt: Sie kommt vom Hunde-, ich vom Pferdesport», so Martina Lambrügger. «Eine Hundeschule aus Aarwangen ist uns zudem mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Das war natürlich super.» Sie hofft, dass diese neue Art des Wettkampfs bei den Teilnehmern auf Anklang stösst und es im nächsten Jahr bereits mehr Anmeldungen geben wird.

«Gute Sache»

Auch aus der Sicht von Ueli Schärer, Präsident des Pferde- Hund-Freunde-Clubs Madiswil, ist diese Art der Patrouille eine gute Sache. Vor allem, weil damit auf eine weitere Art und Weise das Image des Hundes aufgebessert werden könne. «Kaum ein Hund, mit dem so intensiv gearbeitet wird, wie mit jenen, die bei uns starten, macht Probleme oder sorgt für negative Schlagzeilen», sagt Ueli Schärer. «Das sehen wir auch an unserem Hunde-Military, welches wir in diesem Jahr zum dritten Mal durchführen.»

Verschiedene Wettkämpfe

Der Hunde-Wettbewerb findet jeweils am zweiten Wettkampftag statt. Bei dieser Art von Postenlauf zeigen Hund und Mensch bei Geschicklichkeitstests sowie Gehorsams- und Plauschübungen wie gut sie als Team funktionieren. In diesem Jahr sind 150 Hundehalter aus der ganzen Schweiz am Start. Interesse am Wettkampf hätten aber viel mehr gehabt. Aus organisatorischen Gründen wolle man aber den Anlass nicht zu gross werden lassen, sagt Ueli Schärer.

Dies gilt auch für den drei- bis vierstündigen Patrouillenritt, welcher jeweils am Samstag stattfindet. Bei diesem absolvieren jeweils zwei Reiter und ihre Tiere einen rund drei Kilometer langen Parcours. Neben Pferdehaltern aus der Umgebung stehen solche aus weit entfernten Orten im Kanton Bern auf der Startliste und sogar welche aus den Kantonen Obwalden oder Zürich.

«Dass unsere Wettkämpfe so beliebt sind, liegt einerseits wohl am Wettkampfgelände. Dieses ist ideal für Patrouillenritte und Hunde-Military. Es ist weitgehend offen und verkehrsfrei. Zum Teil können die Hunde sogar frei laufen gelassen werden. Andererseits haben wir wohl auch wegen unserem Gabentisch so viele Teilnehmer, die jedes Jahr wiederkommen», so Ueli Schärer.

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