Hardwaldallee
Mit einer Gönneraktion wurde die Allee erneuert

Vor zehn Jahren erlebte die Hardwaldallee in Aarwangen eine grössere Fällaktion. Ungewöhnlich war darauf die Finanzierung des Ersatzes der Bäume.

Alois Winiger
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Die Hardwaldallee in Aarwangen fällt ins Auge. Auf kleinen Metalltafeln sind die Namen der Baumstifter eingraviert.

Die Hardwaldallee in Aarwangen fällt ins Auge. Auf kleinen Metalltafeln sind die Namen der Baumstifter eingraviert.

Alois Winiger;wak;

Weil sie am Rand des Hardwaldes stehen, fallen sie möglicherweise nicht jedem sofort auf: die knapp 50, zum Teil mächtigen Bäume entlang der Langenthalstrasse in Aarwangen. Vielleicht aber jetzt im Herbst, wenn die farbigen Blätter an den weit ausladenden Ästen leuchten. Am südlichen Eingang von Aarwangen bilden unter anderem Platanen, Ahorn und Linden eine Allee auf einer Strecke von rund 550 Metern. Dies schon seit Menschengedenken.

Aber auch die kräftigsten Bäume leben nicht ewig; wenn sie morsch werden und abfallende Äste eine Gefahr bilden, so muss gehandelt werden. Denn dort beim Hardwald führen ein Fuss- und Radweg sowie eine stark befahrene Kantonsstrasse der Allee entlang. Diese hat denn auch mehrere grössere Holzschläge hinter sich, was an derart exponierten Strecken nicht ungewöhnlich ist. Hingegen ist schon eher ungewöhnlich, wie in Aarwangen jeweils der Ersatz der Bäume finanziert werden konnte.

«Muss das sein?»

Nein, nein, nicht jetzt müssen dort Bäume weichen. Aber es sind in diesem Herbst gerade zehn Jahre her, als die Burgergemeinde Aarwangen als Eigentümerin der Allee acht Bäume fällen lassen musste – aus Sicherheitsgründen. «Wind und Schneedruck hatten mehrfach Probleme verursacht», berichtet Marianne Küffer, Verwalterin der Burgergemeinde. «Und wie immer, wenn markante Bäume weggeräumt werden müssen, gab es auch damals Fragen, ob das denn wirklich sein müsse.»

Demgegenüber hätten sich jedoch auch Leute gemeldet und angeboten, das Geld für einen neuen Baum zu stiften, etwa 300 Franken, führt Marianne Küffer weiter aus. Das sei bereits bei einer Fällaktion im Jahr 1997 so gewesen. «Wobei es für die Burgergemeinde ja keine Frage war, dass diese einzigartige Allee erhalten bleiben muss.» Doch man habe natürlich die Angebote von Gönnerinnen und Gönnern gerne angenommen. Wer das war, kann man erfahren, wenn man durch die Allee spaziert. Auf kleinen Stelen sind Metalltafeln montiert und darauf sind die Namen eingraviert.

Artenvielfalt gefördert

Esche und Lärche wurden nach der Fällaktion vor zehn Jahren nicht mehr gepflanzt, dafür Platane, Weissbuche, Linde und rotblättriger Ahorn – um der Artenvielfalt willen. Auf den erwähnten Tafeln sind übrigens 21 Namen von Gönnerinnen und Gönnern erwähnt, für deren 54 hätte es Platz. Die leeren Positionen dürften vorläufig leer bleiben. Denn laut dem zuständigen Förster sind alle Bäume gesund. Deren 47 sind es derzeit, und man habe nicht vor, den Bestand auf 54 zu erhöhen, der Platz wäre zu knapp.