Eriswil
Mit der richtigen Technik können sich Frauen selbst verteidigen

Angst vor Gewalt ist längst kein Tabu-Thema mehr. Ein Kurs der Erwachsenenbildung Eriswil machte den Selbstschutz der Frauen zum Thema. Kursleiter Christian Rüegg zeigte 20 Frauen, wie man einen potenziellen Angreifer abwehrt und auf Distanz hält.

Karin Rohrer
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Selbstverteidigungskurs des Sportamts Zürich. (archiv)

Selbstverteidigungskurs des Sportamts Zürich. (archiv)

Keystone

Immer mehr Frauen (und auch Männer) lernen heute, wie man sich mit Technik und nicht mit Kraft gegen einen Angreifer wehren kann, wenn alle verbalen Deeskalationsversuche nichts helfen. In einem Kurs der Erwachsenenbildung Eriswil wurden am Montag präventive Massnahmen wie auch Abwehr- und Verteidigungsverhalten gezeigt.

Präventive Massnahmen

Wer kennt das nicht? Ein unangenehmes Gefühl kommt auf bei fremden nächtlichen Schritten auf dem Gehsteig, im dunklen Parkhaus oder vor der Zugfahrt nach Hause spätabends. Aber wie kann man sich vor tätlichen Übergriffen wirksam schützen? Kursleiter Christian Rüegg betonte, wie wichtig die präventiven Massnahmen einzustufen sind: «Die Wahl der Kleidung und ein selbstsicher wirkender Gang gehören hier genauso dazu wie die Rücksicht auf andere Kulturen, sprich einem Fremden direkt in die Augen zu schauen oder Menschengruppen, wo vielleicht Alkohol im Spiel ist, zu umgehen.» Auch sollen die eigenen Grenzen respektiert werden und möglichst nicht auf verbale Pöbeleien eingegangen werden. Aber vor allem soll man auf sein Bauchgefühl hören und die alte Weisheit‚ Flucht ist die beste «Verteidigungsform» berücksichtigen.

Einfache Handgriffe erlernt

Knapp 20 Frauen verschiedener Altersgruppen liessen sich im Mehrzweckraum in Eriswil die Tipps und Tricks des Profis zeigen. Christian Rüegg verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Sicherheitsbusiness. Er ist Fachmann für Sicherheit und Bewachung mit eidgenössischem Fachausweis, arbeitet als Geschäftsführer und ist Inhaber der Firma MST Security Consulting GmbH in Münchenbuchsee. Rüegg zeigte den Kursteilnehmerinnen, wie man einen potenziellen Angreifer abwehrt und auf Distanz hält. Aber nicht mit blosser Kraft, sondern mit Technik, sozusagen dem richtigen Griff im richtigen Moment. Mit nur wenig Anatomie-Kenntnissen kann auch eine körperlich unterlegene Frau einen mächtigen Angreifer abwehren. «Aus Angst entsteht Wut und auf Wut folgt Kraft, derer man sich bedienen soll, wenn es darauf ankommt. Ebenso wichtig jedoch ist die verbale Gegenwehr, also lautes Schreien, auf sich aufmerksam machen und Gehör verschaffen,» ergänzte Christian Rüegg.

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