Melchnau
Melchnau: Spannende Reise ins Hochmittelalter

An der Versammlung des Vereins Burgruine Grünenberg war Templari Helvetica zu Gast. Einen lauen Sommerabend hatte sich der Verein Burgruine Grünenberg Melchnau für seine Hauptversammlung ausgesucht.

Marcel Siegrist
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Zwei Mitglieder des Vereins Templari Helvetica demonstrieren in der Abendsonne bei der Burgruine Grünenberg einen Schwertkampf.

Zwei Mitglieder des Vereins Templari Helvetica demonstrieren in der Abendsonne bei der Burgruine Grünenberg einen Schwertkampf.

Marcel Siegrist

«Nach zwei wettermässig traurigen Jahren findet die Versammlung wieder einmal auf der Ruine Grünenberg statt», freute sich die Vereinspräsidentin Käthi Matter-Lüthi am Freitagabend. Die Vereinsmitglieder wurden nach dem Aufstieg stilvoll mit einem Zinnbecher voll süssem Metwein bei der historischen Stätte begrüsst.

«Wir haben mittelalterliche Gäste, die Action bieten»

Käthi Matter versprach zu Beginn der Hauptversammlung: «Wir haben mittelalterliche Gäste, die Action bieten. Ich mache zügig vorwärts, bei den Traktanden.» Besondere Gäste waren die Templari Helvetica. Ein Verein, dessen Fokus den legendären Tempelrittern gilt. Doch vor der Action galt es, neun Traktanden zu behandeln. Nach der Genehmigung des Protokolls gab die Vereinspräsidentin einen Rückblick auf 2011. «Es war ein ruhiges Jahr», wie sie sagte. Hochzeiten, Schulabschlussfest und Jungschar-Aktivitäten fanden statt. Familien und Wanderer rasten auch gerne bei der Ruine.

Dora Jufer präsentierte die Rechnung 2011, die mit einem Ertragsüberschuss von 1378 Franken abschloss und das Eigenkapital des Vereins auf 20923 Franken anwachsen liess. Bei den Wahlen wurde der Revisor Jakob Greuter bestätigt.

Der Zivilschutz saniert den Zufahrtsweg

Andreas Morgenthaler, Präsident des Stiftungsrates Burgruine Grünenberg, wies darauf hin, dass es 20 Jahre her ist, dass die Ruine saniert wurde. «Pflege, Unterhalt und die Erhaltung ist wichtig und es steht die eine oder andere grössere Sanierung an.»

Beim Sandstein unterhalb der Mauerreste sieht man die Erosion. «Wenn wir das reparieren, braucht es Geld – bis 50 000 Franken pro Abschnitt», so Morgenthaler. Mit dem Kanton wird abgeklärt, ob man Geld dafür bekommt. In den nächsten Tagen wird zudem der Zufahrtsweg durch den Zivilschutz saniert. «18 Mannarbeitstage hat der Bund bewilligt. Vom 26. bis 28. Juni findet das statt», so der Stiftungspräsident.

Und dann war es Zeit für eine spannende Reise ins Hochmittelalter. Die Templari Helvetica gaben einen Einblick in die Geschichte, «wie es früher war oder hätte sein können», so der Erzähler. «Wir wollen lebendige Geschichte erzählen nach dem Grundsatz, so hätte es sein können. Niemand weiss, wie es wirklich war. Es war eine grausame Zeit, die wir nicht schön reden wollen. Wir sind froh, leben wir heute», wie Grossmeister Bruder René betonte. Das Interesse der Vereinsmitglieder gilt den Ritterorden und ihren Kreuzzügen. Sie verbindet die Freundschaft sowie das Interesse und der Spass an der Geschichte.

Knödel, Suppe, Gulasch und Linseneintopf

Im Burghof wurde ein Schwertkampf demonstriert. «Wo ist der mutige Recke, der den Waffenrock, das Kettenhemd und den Helm anziehen will? Er darf allerdings keine Rückenbeschwerden haben, denn alles wiegt circa 30 Kilo», so Grossmeister René. Mit Christian Eicher hatte er den mutigen Recken gefunden. Die «Tempelritter» öffneten auch ihre Zelte für einen Blick in ihre Schlafstätte und Koch Bruder André gewährte einen Blick in die Töpfe seiner Feldküche, in denen er unter anderem Knödel, Suppe, Gulasch, Linseneintopf zubereitet.

Nach dem Besuch im Mittelalter genossen die Versammlungsteilnehmer den Sommerabend bei einem Ritter-Imbiss im Hof der Burgruine und in Gesellschaft der Templari Helvetica. Die «Tempelritter» hatten ihr Lager auf Grünenberg aufgeschlagen und verbrachten die Nacht in ihren Zelten am historischen Ort hoch über Melchnau.