Ratgeber Gesundheit
Mein Kind redet nicht - was tun?

Unser Jüngster ist zweieinhalb Jahre alt und redet (noch) nicht. Was können wir tun?

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Gesundheit Aargau
Dr. med. Michael Watson  Leitender Oberarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie PDAG

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Kinder entdecken um das zweite Lebensjahr, dass sie nicht mehr alles, woran sie denken und was sie mitteilen möchten, mit Gesten oder einzelnen Wörtern erreichen. Sie wollen über ein verlorenes Spielzeug reden, über Erlebnisse mit Papa berichten und Mama Wünsche erzählen, aber auch Fantasiegeschichten. Hier reicht es nicht aus, Dinge und Menschen Namen zu geben. Nun bekommt Sprache mehr Funktion und Absicht, wie das Neinsagen. Diese Entwicklungsphase wird die «Entdeckung der Sprache» genannt, darauf folgt eine eigentliche «Sprachexplosion». Bleibt diese aus oder kann das Kind nur wenig reden, können sich Eltern in der Mütter- und Väterberatung sowie beim Kinderarzt erste Unterstützung holen. Zwischen der Geburt und zwei Jahren ist aber eine lange Zeit, in der viele Kinder ihre ersten Wörter lernen, häufig Mama oder Papa zuerst. Dabei beginnt ein wichtiger Teil unserer Sprache schon im Bauch der Mama. Um die 23. Schwangerschaftswoche ist die Fähigkeit zum Hören ausgebildet. Bis zur Geburt lernt das Ungeborene, wie die Mama spricht, und kann schon ihren Klang von Geräuschen im Bauch und anderen Stimmen wie jener von Papa und Geschwistern unterscheiden. In den ersten Lebensmonaten kommt in der Folge das Betrachten der Menschen, wie sie reden. Was gesagt wird, lernen wir erst später. Wenn wir uns anschauen, nehmen wir auch Gefühle, grobe und feine Bewegungen wahr. Forscher haben bemerkt, dass wir unsere Zunge beim Hören mitbewegen, was sie auf das Sprechen vorbereitet. Dies hilft, unsere Muttersprache besser zu lernen. Erwachsene können das nicht mehr so gut, deswegen fällt es ihnen schwerer, manche Wörter anderer Klang-Sprachen zu lernen. Wenn Kinder mit dem Wie und dem Was Probleme haben, zeigt sich dies manchmal auch im Verhalten. Dann kann es hilfreich sein, eine heilpädagogische Früherziehung oder Logopädie aufzusuchen. Wenn hingegen das Warum im Vordergrund steht und die Probleme komplexer sind, bieten die Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG) eine Säuglings- und Kleinkindsprechstunde «Under5» an. Wir können helfen, gemeinsam Lösungen zu finden. Weitere Informationen erhalten Sie unter 056 462 20 10, kj.zentrale@pdag.ch oder im Internet unter www.pdag.ch.